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Vermisstenfall Marco: Taucher finden Leiche im Teich

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Fundort liegt nur 200 Meter vom letzten bekannten Aufenthaltsort entfernt – und wurde schon einmal untersucht

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Grausamer Fund gestern Mittag: Taucher der Berufsfeuerwehr Lübeck haben im Stadtteil Schlutup eine Leiche aus einem Teich gezogen. „Der Beschreibung und der Bekleidung nach handelt es sich um den seit dem 24. November vermissten Marco Kuster“, sagt Polizeisprecher Stefan Muhtz. Die Bestätigung soll eine Obduktion bringen, die auf Antrag der Staatsanwaltschaft Lübeck vorgenommen wird. Die Leiche befindet sich bereits in der Rechtsmedizin. Muhtz hofft, heute weitere Angaben machen zu können, auch zur Todesursache. Ein Verbrechen ist nicht auszuschließen.

Unklar ist, was in der Nacht zum 24. November in Lübeck-Schlutup passiert ist. Der 17-jährige Marco (Foto) hatte am Sonnabendabend mit Freunden das einjährige Bestehen des Party-Bunkers auf dem Gelände der alten Munitionsfabrik gefeiert, nicht weit entfernt von der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Dort war er am Sonntagmorgen gegen drei Uhr zuletzt gesehen, dort war auch sein Handy zuletzt geortet worden. Das Elternhaus des Jungen ist etwa zwei Kilometer entfernt.

Der Fundort der Leiche, an dem die Polizisten auch einen Rucksack bargen, liegt allerdings nicht auf dem direkten Heimweg des Jungen. Allerdings ist der Tümpel, in dem man stehen kann, nur rund 200 Meter von dem Feierort entfernt.

Unklar bleibt auch, warum die Polizei, die bereits am Tag nach dem Verschwinden des Jungen mit einer Hundertschaft, Hunden und Tauchern nach dem Jungen suchte, die Leiche nicht gefunden hat. „Es ist richtig, wir waren schon mal da“, sagt Polizeisprecher Muhtz. „Es ist halt so passiert.“ Der Teich, der von einem Ufer zum anderen nicht mal 30 Meter misst, sei zudem gut einsehbar, dazu stehen Wohnhäuser in der Nähe, auf dem Teich liegen Boote. Ob die Leiche, die gestern gefunden wurde, schon länger im Wasser gelegen hat, vermochte Muhtz gestern nicht zu sagen.

Hunderte Menschen hatten in den vergangenen Wochen nach Marco gesucht. Jugendliche starteten eine eigene Suchaktion. In Schlutup und in der Lübecker Innenstadt hängten sie Plakate mit einem Foto von Marco auf, verteilten Handzettel. Dazu suchten sie über soziale Netzwerke im Internet nach dem Vermissten.

Die Polizei gründete die Ermittlungsgruppe Marco, in der zeitweilig fast zehn Beamte mit der Suche beschäftigt waren. Sie suchten Marco auch im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern, doch heiße Spuren gab es selten – und wenn, erkalteten sie schnell wieder.

Anfang Dezember stellte die Polizei die Suche vor Ort ein. „Wir haben aber auf anderen Wegen weiter nach Marco gesucht“, erklärt Stefan Muhtz. Damit Marco nicht vergessen wird, hatten noch am Wochenende Hunderte Menschen auf dem Marktplatz in Schlutup einen Weihnachtsbaum für den 17-Jährigen aufgestellt. Auch die Mutter des Jungen war dabei.

Warum die Polizei gestern genau an diesem Teich wieder nachgeschaut hat, sagt Muhtz nicht. Nur so viel: „Wir haben einfach nochmal gesucht.“ Letztlich habe das ja dann auch zu einem Ergebnis geführt. Muhtz: „Jetzt haben wir wohl Gewissheit, auch wenn die nicht schön ist.“

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