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Verbotene Falle im Wald: Habicht verliert Zehe

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 07.Sep.2013 | 00:31 Uhr

Wer macht mit Tellereisen Jagd auf Greifvögel? Eine Spaziergängerin hat am vergangenen Sonnabend im Rieshorner Gehölz (Kreis Segeberg) einen Habicht entdeckt, der mit einem Fuß zwischen den Stahlzähnen einer solchen Falle steckte.

Jetzt ermittelt die Polizei. „Tellereisen sind streng verboten, da die Tiere darin oft qualvoll verenden“, sagt Polizeisprecherin Sabine Zurlo. Die Falle stand nur zehn Meter abseits des Weges. „Es hätte also auch passieren können, dass Personen, insbesondere Kinder oder Hunde in die Falle treten.“

Wer hat das Tellereisen aufgestellt und warum? Die Polizei befragte die örtliche Jägerschaft. „Sie zeigten sich empört und betroffen über diese Form des unwaidmännischen Verhaltens“, so Zurlo. Doch Ingo Ludwichowki vom Naturschutzbund Nabu sagt: „Wir dokumentieren diese Praxis, es wurden bereits Jäger überführt und verurteilt.“

Dem Habicht, einem erwachsenes Weibchen, musste eine Zehe amputiert werden. Im Wildpark Eekholt wurde das Tier dann aufgepäppelt. André Rose vom Wildpark: „Jäger sehen Greifvögel oft als Konkurrenz. Wir wissen aber auch von Taubenzüchtern, die Fallen aufstellen, um ihre Bestände zu schützen.“

Der Nabu fordert vom Land, die Fallenjagd vollständig zu verbieten, denn erlaubt sind noch sogenannte Abzugseisen, etwa um Marder und Füchse zu fangen. Ein Kasten soll sicherstellen, dass keine anderen Tiere zu Schaden kommen. „Doch da wird oft geschlampt“, so Ludwichowki.

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