Gettorfs neuer Bürgermeister : Urgestein macht Platz für „Eiszeit-Findling“

Der „Neue“ und der „Alte“: Hans-Ulrich Frank (li.) und Jürgen Baasch.
1 von 2
Der „Neue“ und der „Alte“: Hans-Ulrich Frank (li.) und Jürgen Baasch.

Zehn Jahre lang war Jürgen Baasch (SPD) Gettorfs Bürgermeister. Jetzt tritt Hans-Ulrich Frank (CDU) dessen Nachfolge an.

von
12. Juni 2018, 18:41 Uhr

Gettorf | „Die Karten sind neu gemischt“, stellte Jürgen Baasch (SPD) zu Beginn der konstituierenden Gemeindevertretersitzung in dieser Woche fest. Denn als Bürgermeister Gettorfs eröffnete der 73-Jährige die Sitzung, Hans-Ulrich Frank (CDU) schloss sie jedoch als neuer Kopf der Verwaltung. Zehn Jahre lang war Jürgen Baasch Bürgermeister in Gettorf, mehrere Jahrzehnte Gemeindevertreter. Nach der Kommunalwahl im Mai, bei der die CDU stärkste Kraft wurde, räumt der Sozialdemokrat nun seinen Schreibtisch. „Ich bedanke mich bei den Kollegen für die Zusammenarbeit“ wandte sich Baasch an das Plenum. „Gemeinsam haben wir viel bewegt in Gettorf.“ Dazu zählte Jürgen Baasch unter anderem: „das Jahrhundertbauwerk – den Sportpark, jeder beneidet uns um diese wunderbare Anlage“, sagte er. Sie habe sich als nachhaltig, vernünftig und zukunftsweisend erwiesen. Mit dem Stohler Damm und dem Gebiet „Triangel“ habe die Kommune in den vergangenen zehn Jahren zwei Wohngebiete mit mehr als 100 Grundstücken geschaffen. „Damit haben wir geschafft, dass viele junge Familien nach Gettorf gezogen sind.“ Auch die vier Kitas, die während seiner Amtszeit in Bauträgerschaft der Gemeinde errichtet wurden, nannte Baasch: „Das ist sinnvoll bewegtes Geld gewesen“. Jürgen Baaschs persönliche Höhepunkte seiner Amtszeit als Bürgermeister: „Mir persönlich ist es unter die Haut gegangen, dass ich als Gettorfer Jung’ zwei Gettorfern die Ehrenbürgerschaft verleihen durfte“, erklärte der scheidende Bürgermeister mit Blick auf Peter Krayenhagen und Hans-Christian Sacht: „Wann hat ein Bürgermeister schon diese Chance?“ Mit seiner Amtszeit verbinde er viele gute Erinnerungen und gute Gespräche, schloss Baasch seine Rede. Er bleibe der Kommunalpolitik aber als Gemeindevertreter erhalten.

Nachdem sich die Fraktionen aufgestellt hatten, wählten die Anwesenden einstimmig Hans-Ulrich Frank zum neuen Bürgermeister Gettorfs. „Immer eine glückliche Hand“ wünschte Baasch seinem Nachfolger von der CDU. „Es hat mich schon ein wenig angefasst“, sagte Hans-Ulrich Frank. „Ich habe Respekt vor diesem Amt.“ Das Ergebnis der diesjährigen Kommunalwahl für Frank: „überragend. Es ist ein Zeichen des Vertrauens, es ist aber auch eine große Verpflichtung“. Frank sieht sich selbst, betonte er in seiner Rede, weniger als Vorsitzender denn als Vermittler. Zudem vertrete er all jene, die ihm ihre Stimme gaben, aber auch „die fast 40 Prozent, die sich der Wahl enthalten haben“. Trotz mehrerer Wohnortwechsel etwa zwischen München, Frankfurt und Kiel ist Gettorf für ihn, so Hans-Ulrich Frank, zu einem Stück Heimat geworden. An Jürgen Baasch gewandt, erklärte der Journalist im Ruhestand schmunzelnd: „Ich bin nicht so ein Gettorfer Urgestein wie Jürgen, ich bin eher so etwas wie ein Findling, der im Zuge der Eiszeit hierher gerollt ist.“

Die Gemeindevertretung der Gemeinde Gettorf zählt 21 Sitze der Fraktionen CDU (8), SPD (6), der Grünen (4) sowie der FDP (3). Aus der Gemeindevertretung verabschiedeten sich Bodil Maria Busch, Frank Ginnow, Clemens Junge und Meike Roggenkamp.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen