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„Unsere Nation hat ihren größten Sohn verloren“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Südafrika trauert um seinen Nationalhelden Nelson Mandela

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Der südafrikanische Nationalheld Nelson Mandela ist tot. Der 95-Jährige sei gestern um 20.50 Uhr Ortszeit (19.50 Uhr MEZ) gestorben, sagte Südafrikas Präsident Jacob Zuma am Abend in Johannesburg in einer landesweit übertragenen Fernsehsendung. „Unsere Nation hat ihren größten Sohn verloren“, betonte Zuma. Er sei friedlich dahingeschieden. „Nelson Mandela brachte uns zusammen und zusammen nehmen wir Abschied von ihm“, sagte Zuma. „Was Nelson Mandela groß gemacht hat, war das, was ihn menschlich machte. Wir erblickten in ihm, was wir in uns selbst suchen“, so der Präsident.

Mandela war im Sommer wegen einer schweren Lungenentzündung im Medi-Clinic-Heart-Krankenhaus in der südafrikanischen Hauptstadt behandelt worden. Seine letzten Wochen hatte der Friedensnobelpreisträger im Kreis seiner Familie verbracht.

Lange Monate hieß es offiziell, Mandela befinde sich „in stabilem, aber kritischem Zustand“. Die Ex-Frau Mandelas, Winnie Madikizela-Mandela, hatte vor drei Wochen berichtet, der 95-Jährige könne inzwischen nicht mehr sprechen. „Er kommuniziert über sein Gesicht“, sagte sie. Mandela sei „auch auf dem Sterbebett“ noch inspirierend, hatte seine älteste Tochter am Dienstag im Fernsehsender SABC gesagt. „Ich glaube, er erteilt uns immer noch Lehren. Lehren in Geduld, Lehren in Liebe, Lehren in Toleranz“, sagte Makaziwe Mandela.

EU-Kommissionschef José Manuel Barroso sagte über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Mandela hat den Lauf der Geschichte für sein Volk, sein Land, den Kontinent und die Welt geändert. Ich bin in Gedanken bei seiner Familie und den Südafrikanern.“ Ebenfalls über Twitte äußerte sich der britische Premier David Cameron. Er sagte: „Ein großes Licht der Welt ist erloschen. Nelson Mandela war ein Held unserer Zeit. Ich habe angeordnet, dass die Flagge (im Regierungssitz Downing Street) Nr. 10 auf halbmast gesetzt wird.“

Der frühere US-Präsident George W. Bush bezeichneteMandela als ein Symbol der Versöhnung. Er habe seinen Peinigern ungeachtet seiner 26-jährigen, ungerechten Gefangenschaft vergeben. „Er war ein Mann von unglaublichem moralischen Mut, der den Gang der Geschichte in seinem Land veränderte“, meinte Bush in einer schriftlichen Erklärung. Bush nannte Mandela auch einen der größten Anhänger der Freiheit.

Wegen seines Kampfes gegen das rassistische Apartheidsystem hatte Mandela 27 Jahre lang in Haft gesessen. 1994 wurde er erster Präsident des demokratischen Südafrikas. Zuma hatte seinen Vorgänger als „Vater der Demokratie“ bezeichnet. Mandela ebnete den Weg zur Aussöhnung von Schwarzen und Weißen in seinem Heimatland.

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