Mehrheit in SH für Impfung : Unsere Leserumfrage zur Corona-Krise bestätigt den Schleswig-Holstein-Trend

1144 Leser haben sich am Stimmungsbarometer unserer Zeitungen zum Thema „Corona im Norden“ beteiligt.

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05. Dezember 2020, 13:42 Uhr

Flensburg/Berlin | Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Regierung erfahren in der Corona-Krise immer größere Zustimmung. Nach dem jüngsten ARD-„Deutschlandtrend“ ist die Zufriedenheit der Bürger mit der Kanzlerin im November auf den höchsten Wert dieser Legislaturperiode gestiegen. In der Umfrage von infratest dimap zeigen sich derzeit 74 Prozent der Wahlberechtigten mit Merkels Arbeit sehr zufrieden oder zufrieden, so viele wie seit April 2015 nicht mehr.

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Diesen Trend bestätigt auch eine Umfrage unserer Zeitungen, an der 1144 zufällig ausgewählte Leser der insgesamt 22 Zeitungstitel sowie Nutzer der Digitalprodukte teilgenommen haben. 71,9 Prozent der sh:z-Leser bewertet die Corona-Maßnahmen der schleswig-holsteinischen Landesregierung als angemessen, 14,6 Prozent halten die Maßnahmen für überzogen, 13,5 Prozent als nicht ausreichend.

Damit bestätigt das von unseren Zeitungen erhobene Stimmungsbarometer „Corona im Norden“ Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), der als Maßstab für die Regelungen für das Land „Maß und Mitte“ genannt hatte. Daher überrascht es nicht, dass sich nur jeder 15. Befragte (6,6 Prozent) unzufrieden mit den Corona-Maßnahmen der Jamaika-Koalition zeigt. Deutlich mehr als jeder Zweite (61,8 Prozent) dagegen ist zufrieden, knapp jeder Dritte setzte sein Kreuz bei „teilweise zufrieden“.

Große Resonanz

„Die Resonanz hat uns sehr erstaunt“, erklärt sh:z-Chefredakteur Stefan Hans Kläsener. Auch wenn die Umfrage nicht repräsentativ sei, hätten sich mehr Menschen gemeldet als bei bundesweiten Umfragen üblich. Die Redaktion arbeite hart daran, Informationen mit der größtmöglichen Verlässlichkeit zu recherchieren. Das fragten die Menschen derzeit offenbar besonders nach.

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Ministerpräsident Daniel Günther kann mit seiner Corona-Politik auch landesweit punkten. Etwa anderthalb Jahre vor der nächsten Landtagswahl 2022 sieht der Schleswig-Holstein-Trend des Meinungsforschungsinstituts Insa die regierende CDU klar vorn. Demnach kommt die Partei von Günther auf 33 Prozent – 5 Prozentpunkte mehr als im Januar. Dahinter folgen mit 24 Prozent die Grünen, die 2 Punkte verloren. An dritter Stelle liegt unverändert mit SPD 20 Prozent. FDP (8 Prozent) und AfD (6) büßten im Vergleich zur Befragung im Januar jeweils einen Prozentpunkt ein. Linke und SSW hielten ihre Werte und kommen jeweils auf drei Prozent. Damit hätten CDU und Grüne, die seit 2017 gemeinsam mit der FDP regieren, zusammen eine klare Mehrheit im Landtag. Schleswig-Holsteins CDU-Fraktionschef Tobias Koch betonte, „zwei Drittel aller Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner stehen hinter der Jamaika-Koalition und ihrer Arbeit im Land“. Das zeige, dass die Koalition ein Erfolgsmodell sei.

Mehrheit will sich impfen lassen

Aber auch in anderen Punkten bestätigt die Leserumfrage den Trend anderer Erhebungen. So kam die Barmer Ersatzkasse in eine Umfrage zu dem Ergebnis, dass mehr als die Hälfte der Schleswig-Holsteiner bereit ist, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Demnach würden sich 56 Prozent der Befragten bald impfen lassen und 43 Prozent vertrauen darauf, dass die Impfstoffe sicher sind. Unsere Leserumfrage ergab, dass jeder Zweite (50 Prozent) Angst hat, sich mit dem Corona-Virus anzustecken. Fast genauso viele (43,2 Prozent) verneinen dies, gut sieben Prozent machen dazu keine Angaben. Ähnlich das Bild bei der Frage, ob sich die Leser gegen das Corona-Virus impfen lassen würden. Mehr als die Hälfte der Befragten antwortet mit ja. Obwohl knapp jeder Zweite keine Angst vor der Ansteckung hat, gab nicht einmal jeder Sechste (17,7 Prozent) an, auf eine Schutzimpfung zu verzichten. 30,3 Prozent sind noch unentschieden, ob sie sich impfen lassen werden.

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Deutlich klarer sind die Vorstellungen der Leser über den richtigen Weg zu mehr Infektionsschutz. So sprachen sich 85,7 Prozent für eine Maskenpflicht auf belebten Straßen und Plätzen aus. Nur etwas mehr als jeder Achte (11,9 Prozent) hält das Schließen von Schulen und Kitas für zielführend, knapp die Hälfte (41,3 Prozent) nannte ein touristisches Beherbergungsverbot in Schleswig-Holstein. Bei dieser Frage war eine Mehrfachnennung möglich.

Zu Verzicht an Weihnachten bereit

Überraschend groß ist die Anzahl der Leser, die angeben, auf ein Weihnachtsfest im Familienkreis zu verzichten, sollten die Infektionszahlen weiter ansteigen. Mehr als jeder Zweite (56,7 Prozent) würde dies tun, knapp jeder Dritte (31,6 Prozent) lehnt das kategorisch ab. Mehr als jeder Zehnte (11,7 Prozent) wollte sich dazu nicht äußern.

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Die Befragung zeigt auch, dass die von der Bundesregierung geschaffene Corona-Warn-App nur wenig Resonanz gefunden hat. Bei nicht einmal jedem Dritten (31,4 Prozent) ist die App des Robert Koch-Instituts auf dem Smartphone installiert.

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