Umbau, Anbau oder Neubau?

Im Lehrerzimmer: Die kommissarische Schulleiterin Yella Schulz (Zweite von links) führte Heidgrabener Kommunalpolitiker und Gäste während der Ausschusssitzung durch die Heidgrabener Grundschule.
Im Lehrerzimmer: Die kommissarische Schulleiterin Yella Schulz (Zweite von links) führte Heidgrabener Kommunalpolitiker und Gäste während der Ausschusssitzung durch die Heidgrabener Grundschule.

Lehrerzimmer zu klein, zu wenig Räume: An der Heidgrabener Grundschule sind laut Leiterin Yella Schulz Veränderungen notwendig

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01. September 2018, 16:05 Uhr

Im kommenden Jahr wird die Grundschule Heidgraben 125 Jahre alt. Ein Jubiläum, das in der Gemeinde groß gefeiert werden soll. Doch damit die Bildungseinrichtung Schülern und Lehrern auch in Zukunft angemessene Lern- und Lehrverhältnisse bietet, sind Veränderungen notwendig. Das hat die kommissarische Schulleiterin Yella Schulz jüngst betont. Mindestens ein Anbau, besser noch ein Neubau soll es sein, so der Wunsch der Pädagogin.

Das Lehrerzimmer zu klein und insgesamt zu wenig Räume: Schulz beschrieb die Situation an der Grundschule während der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Bildungswesen. Sie benötige mehr sogenannte Differenzierungsräume, also Bereiche zur Förderung von bestimmten Schülern oder für spezielle Unterrichtsstunden. Unbefriedigend ist laut Schulz auch die Tatsache, dass die Schulsozialarbeiterin keinen eigenen Raum hat. „Sie muss vertrauliche Gespräche mit Eltern führen, das ist derzeit nicht möglich“, so die Leiterin. Unschön auch die Situation für Besucher, die in das Sekretariat möchten: Sie müssen zunächst das Lehrerzimmer durchqueren.

Um die Situation an der Grundschule kurzfristig zu verbessern, hat Schulz den Ausschussmitgliedern einen Umbauvorschlag präsentiert. Er sieht im Kern die Verlegung des Schulleiterbüros in den Computerraum vor. Dadurch würden Kapazitäten für Sekretariat und Lehrerzimmer frei. Den Computerraum könnten laut Schulz Laptopwagen ersetzen. Die Geräte könnte die Schule als Spende erhalten, für die restliche Ausstattung würden zirka 4500 Euro fällig. Ein Arbeitsausschuss soll sich nun mit dem Vorschlag befassen.

Doch Schulz betonte: „Das ersetzt langfristig keine Erweiterung des Gesamtgebäudes.“ Jedes Jahr sei die Planung ein Drahtseilakt. „Wir stehen immer wieder vor dem Problem: Können wir auswärtige Kinder aufnehmen?“, erläuterte die Pädagogin. Sie richtete den Blick zudem auf die Entwicklung der 2800-Einwohner-Gemeinde. „Es wird wahnsinnig viel gebaut in Heidgraben.“ Es sei ein Widerspruch, die Infrastruktur nicht entsprechend anzupassen, so Schulz. Und dann wurde sie deutlich: „Wir müssen aufhören zu reden, sondern endlich handeln.“

Handeln, für die kommissarische Schulleiterin bedeutet das, die Grundschule zu erweitern. Denn: „Es geht nicht nur um die Schüler, es geht auch um die Mitarbeiter“, sagte Schulz und sprach damit die auch für Lehrer häufig schwierigen Bedingungen an.

Ausschussmitglied Manfred Müller von den „Grünen und Unabhängigen“ brachte einen Schulneubau ins Spiel. Man müsse weiterdenken, die nächsten 20 Jahre im Blick haben, so Müller. Als möglichen Standort für den Neubau nannte er das Kleingartengelände. Ein Vorschlag, den Schulz gern aufnahm: „Ich habe nicht gewagt, diese Idee zu bringen, aber ich habe sie auch im Kopf gehabt.“

Bis zur nächsten Sitzung des Bildungsausschusses sollen die Fraktionen von SPD, CDU und „Grünen und Unabhängigen“ jeweils einen Vertreter für den Arbeitsausschuss benennen. Getagt wird am 8. November. Anschließend wird der Ausschuss seine Arbeit aufnehmen und über den Vorschlag der Schulleiterin beraten. Das macht deutlich: Der Weg bis zu einem möglichen Anbau oder gar Neubau ist weit.

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