Uetersen blickt nach Washington

Augusta Louise Gräfin zu Stolberg lebte einst in Uetersen. Derzeit wird ihr Portrait in den USA im Museum of the Bible ausgestellt.
Augusta Louise Gräfin zu Stolberg lebte einst in Uetersen. Derzeit wird ihr Portrait in den USA im Museum of the Bible ausgestellt.

Diesjähriger Archivtag im Kloster befasst sich mit der laufenden Ausstellung im Museum of the Bible / Exklusive Vorstellung der Schau

shz.de von
25. August 2018, 16:05 Uhr

Archivtag wird die jährliche Veranstaltung genannt, mit der die Arbeitsgruppe Klostertage Uetersen im SHHB-Ortsverein Haus Ueterst End allen daran Interessierten die Geschichte des Uetersener Klosters nahe bringen möchte. Der diesjährige Archivtag am Sonntag, 2. September, in der Gräfin-Bredow-Scheune, ist ein ganz besonderer, wird er doch die Teilnehmer nach Washington entführen, wo noch bis Ende September eine Ausstellung läuft, in welcher auch Uetersen vertreten ist: durch die prominente einstige Konventualin Augusta Louise Gräfin zu Stolberg, die von 1760 bis 1783 hier in Uetersen zu Hause war. Ihre außergewöhnliche Korrespondenz mit dem jungen Dichter Goethe hat sie berühmt gemacht, sie ging in die Literaturgeschichte ein als Goethes Gustgen.

Neben sechs weiteren Vertreterinnen des Hauses Stolberg, allesamt mit Originalportraits, wurde sie ausgewählt, einer im Museum of the Bible zu Washington gezeigten Ausstellung Gesicht zu geben (wir berichteten). Die Ausstellung Noblemomen and the Bible − Seven Stories from the House of Stolberg umfasst sieben Lebensschicksale von Frauen aus dem Fürsten- und Grafenhaus Stolberg, die sich durch Teilnahme am geistigen Leben ihrer Zeit, durch Übernahme von Verantwortung und durch Weitergabe von Tradition, Kultur und Bildung besonders auszeichneten.


Ausstellung wird jetzt in Uetersen vorgestellt

Der historische Reigen beginnt im Jahre 1504 im Kaiserlichen Stift Quedlinburg, wo Anna II. Gräfin zu Stolberg-Wernigerode, letzte römisch-katholische Äbtissin, die ihr Damenkapitel in die Reformation führte, und endet im Jahre 1955 mit dem Tod der letzten Äbtissin des Stiftes Drübeck im heutigen Sachsen-Anhalt.

Vorgestellt wird auch Juliana II. zu Stolberg, die Stammmutter des Niederländischen Königshauses sowie das Lebenswerk der Gräfin Sophie Eleonore zu Stolberg, die im Laufe ihres langen Lebens (1669-1745) insgesamt 40 000 Leichenpredigten aus ganz Deutschland zusammentrug, sie gelten als hochwichtige Quellen für Familienforscher. Die Leitung des Museums of the Bible erteilte Gabriele Holthuis, die die Ausstellung in Washington konzipierte und aufbaute, die Genehmigung, dieselbe exklusiv für den Archivtag in Wort und Bild vorzustellen. Die Zuhörer dürfen sich somit auf einen wirklich außergewöhnlichen Lichtbilder-Vortrag freuen. Der Eintritt beträgt zehn Euro, die Tageskasse wird um 16.15 Uhr geöffnet. Die Veranstaltung selbst beginnt um 17 Uhr.

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