Trump warnt Assad vor „Gemetzel“ in Idlib

Kinder spielen vor ihrem Zelt in einem provisorischen Flüchtlingslager. Sie mussten wegen andauernder Angriffe einige Flüchtlingslager in der Provinz Idlib verlassen.
Kinder spielen vor ihrem Zelt in einem provisorischen Flüchtlingslager. Sie mussten wegen andauernder Angriffe einige Flüchtlingslager in der Provinz Idlib verlassen.

shz.de von
06. September 2018, 19:10 Uhr

Vor dem erwarteten Angriff syrischer Truppen auf die Rebellenhochburg Idlib hat US-Präsident Donald Trump den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad vor einem „Gemetzel“ gewarnt.

„Die Welt schaut zu, und die Vereinigten Staaten schauen sehr genau zu“, sagte Trump gestern am Rande eines Treffens mit dem Emir von Kuwait, Scheich Sabah, im Weißen Haus. „Wenn es ein Gemetzel ist, wird die Welt sehr, sehr wütend werden, und die Vereinigten Staaten werden ebenfalls sehr wütend werden.“ In der Provinz Idlib hielten sich mindestens drei Millionen „unschuldige Menschen“ auf.

Die Bundesregierung hofft unterdessen auf das Veto Moskaus, um einen Angriff zu verhindern „Wir erwarten von Russland, das syrische Regime von einer Katastrophe abzuhalten“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer.

Die syrische Armee hat Truppen zusammengezogen und bereitet einen Angriff auf die Provinz im Nordwesten des Landes vor, in dem sich neben Zehntausenden Bewaffneten, darunter viele Extremisten, auch etwa drei Millionen Zivilisten befinden. Idlib ist das letzte große Gebiet des Bürgerkriegslandes, das noch von Rebellen beherrscht wird.

Das Schicksal der Rebellenhochburg wird sich laut Moskau nach dem heutigen Treffen der Präsidenten Russlands, des Irans und der Türkei in Teheran entscheiden. Dann werde Klarheit über die militärische Lage herrschen, sagte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow Interfax zufolge. Russland und der Iran sind Verbündete Assads, die Türkei stützt die Rebellen.

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