Trockenheit macht zu schaffen

Umweltausschuss informierte sich in Langes Tannen über Wald- und Wegepflege

Avatar_shz von
23. Juni 2020, 16:05 Uhr

UETERSEN | Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder des Ausschusses für Soziales und Umwelt zu einer Begehung in Langes Tannen. Vor wenigen Tagen unternahmen sie und weitere interessierte Bürger unter Leitung des Ausschussvorsitzenden Bernd Möbius (Bündnis 90/Die Grünen) und unter Führung von Christian Rosenow, Forstberater bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und zuständiger Bezirksförster Itzehoe / Pinneberg, ihren Rundgang. Im Mittelpunkt standen die Baum- und Wegepflege.

Rosenow informierte über die Realisierung im vergangenen Jahr beschlossener Arbeiten. So wurde Windwurf- und Käferholz aufgearbeitet und verkauft. Außerdem wurde der Fichtenwald an der Pastor-Boldt-Straße in einen Laub-Nadelmischwald umgebaut. Die Kosten lagen bei 7100 Euro Brutto. 85 Prozent der Nettokosten wurden vom Land gefördert. In diesem Jahr stehe die Pflege des Eichenbestands und des Erlenbestands an der Heidgrabener Straße im Fokus. Für die Eichenpflege seien als Nettokosten 700 Euro veranschlagt. 50 Prozent davon seien förderfähig, so Rosenow. Für die Erlenpflege nannte er als Nettokosten 600 Euro.

Rosenow zeigte bei seinem Rundgang gesunde Rotfichten, Douglasien sowie gepflegte Nadelholz- und Mischwaldbereiche, erläuterte, wo Fichtenbestand aufgrund von Windbruch und Käferbefall ausgedünnt ist, wies auf Kiefern, die unter „Trockenstress“ leiden hin und machte auf Eichen aufmerksam, deren Kronen aufgrund der Trockenheit gelichtet sind. „Wir müssen abwarten, ob hier in den nächsten Wochen auch wieder Windbruch oder vom Borkenkäfer befallenes Holz haben“, so Rosenow. Er schätzte ein, dass der Wald unter der Trockenheit leidet, der Eichenprozessionsspinner sei in Langes Tannen jedoch glücklicherweise noch nicht aufgefallen. „Wir beschäftigen uns mit dem Thema klimastabile Wälder. Ich stehe für einen gemischten, gestuften Wald mit vielen Baumarten unterschiedlichen Alters“, betonte der Forstmann.

Auch einen Blick auf die Waldwege warfen die Umweltausschussmitglieder. Cornelia Maßow (FDP) wollte wissen, warum auf einigen Wegabschnitten in Langes Tannen lockerer Sand aufgebracht wurde. Bei nassem Wetter könnten die Wege nicht mit einem Rollator oder Kinderwagen genutzt werden. Rosenow verwies darauf, dass die forstliche Wegepflege mit einem Naturmaterial erfolge, eine Sandaufschüttung sei ihm nicht bekannt. Und doch kamen die Politiker an einen Waldweg mit lockerem Sand. Holger Köpcke (BfB) bat den anwesenden Verwaltungsmitarbeiter darum, seine Fragen ins Protokoll aufzunehmen. „Auf wessen Verantwortung hin wurde der Sand hierher gebracht? Ist es Sand aus den Sandkisten des Spielplatzes am Eggerstedtsberg? Ist der Sand kontaminiert?“.

Was aus einer Wildwiese, die sich am Rundweg fast in Nachbarschaft zur Obstwiese am Museum Langes Tannen befindet, werden soll, wollte Pastor in Ruhe Helmut Dieterich wissen. „Das ist eine wilde Wiese. Entweder sollte sie mal gemäht oder zu einer Bienenwiese gemacht werden“, regte er an. FDP-Politikerin Maßow fragte nach, warum auf der Obstwiese nicht mehr Obstbäume gepflanzt würden. Die Wiese sei Veranstaltungs- und Spielwiese und damit für weitere Obstbaumanpflanzungen nicht geeignet, betonte Bürgervorsteher Adolf Bergmann. Dass sich seine Bienen in Langes Tannen wohlfühlen, zeigte der Grünenpolitiker Jens Ewald den Teilnehmern der Waldbegehung. Er hat seit ein paar Wochen auf einem abgezäunten Gebiet in der Nähe des Teichs einen Bienenstand mit sechs Völkern.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen