zur Navigation springen

Trassenplanung steht: Viel Wind um die Westküstenleitung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 00:33 Uhr

Ganz in schwarz steht Robert Habeck gestern Abend vor den über 300 Gästen im Husumer Messezentrum: Der grüne Energiewendeminister wirkt etwas müde als er den Gegnern des Ausbaus der Höchstspannungs-Freileitung an der Westküste erklärt, warum das Kabel nicht unter der Erde verlegt wird – und der Bau schon 2018 fertig sein soll. „Wir konnten nicht alle überzeugen, aber wir haben die bestmöglichste Leitung bekommen, sowohl was die Trassenführung als auch die Technik angeht“, sagt Habeck, der den 1800 Bürgern für die Debatte dankt, die sie auf den 20 Informationsveranstaltungen in Dithmarschen und Nordfriesland geführt haben.

Seit gestern steht fest, wo die Trasse verlaufen wird – meist dort, wo es schon 110 KV-Leitungen gibt, die nun auf die 380 KV-Leitung aufgesattelt wird. Bis zum Herbst will Netzbetreiber Tennet die Bürger zwischen Heide und Husum direkt ansprechen, wenn die Leitung ihre Grundstücke berührt. „Wir werden versuchen, die Menschen zu überzeugen, ihren Grund zur Verfügung zu stellen – es gibt ja auch eine Entschädigung“, sagt Christian Schneller von Tennet. Wenn das nichts nütze, bleibe nur die Enteignung. Im Einzelfall sei es aber noch möglich, über Maststandorte zu sprechen – bis Herbst 2014 im Abschnitt von Heide bis Husum, bis Anfang 2015 im Abschnitt zwischen Husum und Niebüll. 2017 soll gebaut werden, wenn es keine Klagen dagegen gibt.

Doch genau dafür sammelt André Tesch bereits Spenden: „Die Trassenplanung war von Anfang an so wie jetzt, wir haben nichts beeinflussen können“, sagt der Mann von der Bürgerinitiative Westküste trassenfrei, der im Saal sitzt und dessen Haus in Fedderingen (Dithmarschen) mitten im Korridor steht. „Die Debatte ist eine Farce.“ Wenn Habeck sagt, dass die Gegner der Freileitung zahlenmäßig nicht zugenommen haben, lacht Tesch, der mehr Zeit für die Energiewende fordert. „Viele wissen noch immer nicht, dass Sie eine Freileitung vor die Nase gesetzt bekommen. Die kommen erst noch zu uns.“ Und so ist der gestrige Tag kein schwarzer für ihn, sagt Tesch. „Wir machen weiter.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen