Tornesch nimmt Land in die Pflicht

An der östlichen Seite der Friedrichstraße in Fahrtrichtung Heidgraben ist die Bankette stark beschädigt, es hat sich eine deutliche Furche gebildet.
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An der östlichen Seite der Friedrichstraße in Fahrtrichtung Heidgraben ist die Bankette stark beschädigt, es hat sich eine deutliche Furche gebildet.

Anträge der Politik: An der Friedrichstraße (L107) soll die Bankette saniert und ein neuer Rad- und Fußweg gebaut werden

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13. Juli 2018, 16:05 Uhr

Die Friedrichstraße in Tornesch an ihrem nördlichen Ende kurz vor dem Ortsausgang zu überqueren, stellt für viele Fußgänger derzeit ein großes Problem dar. Dafür sorgt eine tiefe Furche, die auf der östlichen Seite zwischen dem kombinierten Rad- und Fußweg und der Straße entstanden ist. Zuständig für die Instandhaltung des Seitenstreifens ist das Land Schleswig-Holstein. Einstimmig haben die Mitglieder des Tornescher Bauausschusses den Baulastträger deswegen aufgefordert, den Bereich zu sanieren. Und auch die gegenüberliegende Seite haben die Kommunalpolitiker ins Auge gefasst. Dort soll nach ihrem Willen ein Geh- und Radweg entstehen, ebenfalls auf Landeskosten.

Die SPD hatte das Thema auf die Tagesordnung setzen lassen. Susanne Dohrn berichtete im Ausschuss, dass die Sozialdemokraten von Bürgern auf die Situation an der Friedrichstraße angesprochen worden sind. Die stellt sich folgendermaßen dar: Zwischen Wiesengrund und Koppeldamm gibt es einen kombinierten Rad- und Fußweg, auf der gegenüberliegenden Seite zwischen Eichenweg und Pracherdamm hingegen nicht. Bewohner und Besucher der westlich gelegenen Häuser Friedrichstraße 65-69 müssen dementsprechend entweder den nicht befestigten Seitenbereich nutzen oder die Hauptverkehrsader überqueren. Das gestaltet sich allerdings insbesondere für ältere Menschen schwierig. Grund ist die mehrere Zentimeter tiefe und breite Furche. Insgesamt ist die Bankette in dem Bereich in keinem guten Zustand, der Fahrbahnrand bröckelt, die Markierung ist nahezu verschwunden. „Es ist absolut unsicher, dort über die Straße zu gehen. Und wir finden es ist unzumutbar, die Straße mehrfach queren zu müssen“, fasste Dohrn die Kritikpunkte zusammen. Entsprechend müsse die Bankette auf der östlichen Seite der Friedrichstraße repariert und die ausgefahrenen Stellen geglättet werden, erläuterte die Sozialdemokratin. Dem stimmten die anderen Parteien zu. Auch der SPD-Forderung an das Land − schließlich handelt es sich bei der Friedrichstraße um eine Landesstraße − auf der bislang unbefestigten Westseite, einen Rad- und Fußweg zu bauen, schlossen sich CDU, FDP und Grüne an.

Karlheinz Böhmke von der FDP war die in dem SPD-Antrag gewählte Formulierung allerdings nicht scharf genug. Er sei dafür, Druck auszuüben, sagte der Liberale. „Wir müssen nicht betteln.“ Schließlich sei das Land in der Pflicht, zumindest den östlichen Bereich instand zu setzen, so Böhmke. Auch Noch-Bürgermeister Roland Krügel (CDU) plädierte dafür, den Antrag härter zu formulieren − sowohl zur Sanierung als auch zum Neubau. Einstimmig gaben die Ausschussmitglieder dafür grünes Licht.

In einem dritten Punkt hatten die Sozialdemokraten eine mögliche Kostenbeteiligung der Stadt Tornesch ins Spiel gebracht. „Sollte der Abstand zwischen Fahrbahn und Graben auf der Westseite für einen kombinierten Geh- und Radweg nicht ausreichen, beantragt die Stadt Tornesch den Bau eines Gehweges auf der Westseite oder baut auf eigene Kosten einen Gehweg“, hieß es in dem SPD-Antrag. Dem wollte jedoch keine der drei anderen Parteien folgen. CDU-Vertreter Torben Jochens sah ein erhebliches Kostenvolumen auf die Stadtkasse zukommen. Zudem sagte der Christdemokrat: „Es gibt vielleicht andere Bereiche in der Stadt, in denen ein Radweg zwingender notwendig wäre als hier, wo zumindest auf einer Seite ein Radweg ist.“

Auch Ann-Christin Hahn von den Grünen sagte, mit dem dritten Punkt ein Problem zu haben. „Das ist ist eine Art Vorratsbeschluss und dem werden wir nicht zustimmen.“ Vor einer Entscheidung über eine mögliche Kostenbeteiligung der Stadt müssten konkrete Zahlen auf dem Tisch liegen, so Hahn.

Dohrn erläuterte, dass es aus ihre Sicht zunächst darum gehe, herauszufinden, ob das Land bereit ist, etwas zu machen. „Und wenn nicht, müssten wir nochmal darüber reden, was wir machen.“ Die SPD-Frau unterstrich die Notwendigkeit, die westliche Seite zu befestigen. Denn viele Kinder würden mit ihren Fahrrädern stadteinwärts auf der Straße fahren. Das werde jedoch wegen des starken Verkehrsaufkommens in dem Bereich immer gefährlicher. Dohrn: „Die Frage ist, wollen wir warten bis etwas passiert?“

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