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21. September 2017 | 21:22 Uhr

Tierquäler verletzen Shetland-Pony

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Angst auf „Schalenburg“-Gestüt: Ein ihrer Pferd wurde mit zwei Stichen verletzt – schon vor einigen Wochen gab es einen Vorfall auf dem Hof

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 18:23 Uhr

„Vor Angst um die Tiere kann man ja gar nicht mehr ins Bett gehen.“ Manuela Ehlers (49) und ihre Familie betreiben seit mehr als 20 Jahren das bekannte Gestüt „Schalenburg“. Gezüchtet werden ausschließlich typische Mini-Shetland-Ponys, die nicht größer als 87 Zentimeter sein dürfen. Viele Züchterpreise konnten sie in den vergangenen Jahren gewinnen, Siege auf Bundesebene sind keine Seltenheit.

Friedlich liegt der Ponyhof an der Dorfstraße in Bokhorst im Kreis Steinburg, eine heile Welt. Doch jetzt geht dort die Angst um. Ein oder mehrere unbekannte Tierquäler haben ein kleines Pony mit zwei Stichen am linken Hinterbein verletzt.

Es war am vorigen Sonnabend in der Mittagszeit, als Tochter Tanja (26) auf einer nahen Weide ihre Lieblinge fotografieren wollte. Dabei entdeckte sie in der 20 Pony starken Herde einen Junghengst, der nicht mehr laufen konnte und eine Beinverletzung hatte. Es war „Schalenburgs Pokerface“, drei Jahre alt, mit dichter Mähne und schon als Fohlen prämiert. „Das Bein war dick angelaufen, die tiefe Wunde eiterte stark“, berichtet Manuela Ehlers.

Zunächst dachte die Familie, das Tier sei in einen scharfen Draht geraten. Doch der Tierarzt stellte eindeutig fest, dass die Wunde durch zwei Stiche verursacht wurde. Ob mit einem Messer oder einem anderen scharfen Gegenstand, das konnte der Veterinär nicht feststellen. Er konnte aber sagen, dass die Wunde wahrscheinlich drei Tage alt war, die Tierquäler vermutlich am Mittwoch vor einer Woche das Shetland-Pony misshandelten.

Nachdem der Tierarzt das Pony behandelt hatte, musste es in einem Pferdehänger auf den Hof gebracht werden, selbst laufen konnte es nicht. Auf der Hauskoppel erholt sich „Pokerface“ jetzt, bekommt aber täglich noch Schmerzmittel.

Die Familie Ehlers hat inzwischen Strafanzeige bei der Polizei erstattet und alle Hecktore doppelt gesichert, denn es ist nicht der erste Vorfall auf dem Shetland-Gestüt. Am 11. März, ein Dienstag, klingelte es um 19.15 Uhr an der Tür. „Da laufen Ponys auf der Straße, sind das Eure?“ Sofort rannte Tochter Tanja zur Hauskoppel, um nach den Tieren zu sehen. Sie erblickte sofort, dass das kleine Hecktor offen stand und sechs Ponys aus der Herde fehlten.

Die ganze Familie suchte in der Dunkelheit nach den Tieren, zunächst ohne Erfolg. Nach einer Stunde alarmierte Vater Heiner (50), Wehrführer in dem Ort, seine Kameraden. Ein Wehrmann rückte gleich mit seinem Quad-Geländefahrzeug an und suchte die Weiden ab. Ein bis zwei Kilometer vom Ponyhof entfernt sah er die vermissten Ponys schließlich im Scheinwerferlicht. Alle waren wohlauf. Dennoch herrscht seitdem eine gewisse Unruhe auf dem Gestüt, denn das Tor hätten die Tiere niemals allein öffnen können – es muss jemand auf dem Hof gewesen sein.

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