Lernort Wald : Surendorfer sind Wald-Profis

Gewinner des Wanderpokals „Lernort Natur“ 2018/19: Die Viertklässler der Grundschule Surendorf.
1 von 2
Gewinner des Wanderpokals „Lernort Natur“ 2018/19: Die Viertklässler der Grundschule Surendorf.

Im Hegelehrrevier Grönwohld lernen die Viertklässler des Dänischen Wohlds die Natur hautnah kennen.

shz.de von
28. August 2018, 20:00 Uhr

Schwedeneck | Jeder aus dem Dänischen Wohld bis etwa 35 Jahre war schon mal hier, davon ist Christopher von Dollen überzeugt. Denn bereits seit etwa 25 Jahren dient das Waldstück bei Krusendorf als „Lernort Natur“ für alle Viertklässler des Dänischen Wohlds, weiß der Leiter des Hegelehrreviers Grönwohld. Auch in diesem Jahr lernten die Schüler unmittelbar nach den Sommerferien einen Tag lang den Wald und seine Bewohner nicht im Klassenzimmer oder in Büchern sondern direkt vor Ort kennen. Eine tolle Sache, findet von Dollen: „Wann kommen Kinder schon an so einen Ort?“

Insgesamt 220 frisch gebackene Viertklässler nahmen in diesem Jahr an dem vom Landesjagdverband und der Kreisjägerschaft organisierten Projekt „Lernort Natur“ teil. In kleine Gruppen eingeteilt lernten sie an insgesamt 15 Stationen das Ökosystem Wald ein bisschen besser kennen. Unterstützung hatte Christopher von Dollen hier von 40 Jägern der Kreisjägerschaft Eckernförde. Denn diese erklärten den Neun- und Zehnjährigen an den verschiedenen Station, wie sie die Fährten der Tiere im Wald erkennen und unterscheiden, welche Enten es in Schleswig-Holstein gibt oder wie man sich im Wald verhält. Anschließend galt es, Fragen zu beantworten und Punkte zu sammeln. Das war nicht immer so leicht, berichtet Maximilian: „Die Station mit den Bäumen war die Schwierigste“, so der Osdorfer Grundschüler. „Welches ist das weicheste Holz, welcher Baum wächst am schnellsten - da habe ich nicht alles gewusst.“ Seine Mitschülerin Thora bestätigt: „Es war schwer, als wir die Baumarten bestimmen sollten.“ Positive Erinnerungen verband die Neunjährige aber mit der Station, an der Greifvögel das Thema war – „obwohl ich das meiste schon kannte“ – und mit jener, an der die Aufgaben eines Jagdhundes vorgeführt wurden.

Doch nicht nur die Schüler, sonder auch deren Lehrer lernten an diesem Tag Neues kennen. „Ich wusste nicht, dass hier im Übergang zwischen Feld und Wald ein Blühpflanzenstreifen für die Insekten angelegt wird“, berichtet Sabine Konowski. Und auch die Ménage à trois zweier Kanadagänse und einer Graugans faszinierte die Deutsch- und Englischlehrerin: „Die Kanada- und die Graugans konnten – natürlich – keinen Nachwuchs zeugen. Dann kam eine Kanadagans dazu, und jetzt ziehen sie die Jungen zu dritt groß“, ist Sabine Konowski noch nachhaltig beeindruckt von einer Waldführung speziell für die Pädagogen. Diese hatte neben der Waldschulung auch den Sinn, die Lehrer weitestgehend von ihren Schülern zu trennen, ist Sabine Konowski überzeugt: „Die Lehrer sollten beschäftigt werden, damit nicht geschummelt wird“, sagte sie lachend.

Schummeln war gar nicht nötig, bewertet Jäger Detlef Koch aus Scharnhagen, seines Zeichens Experte an der Enten-Station: „Die Kinder sind unheimlich interessiert und man merkt sofort, wer vom Dorf kommt.“ Die Stockente kannten die meisten Kinder, so Koch, nur: „Wenn ich ihnen erzählt habe, dass Enten in Höhlen oder in leeren Fuchsbauten brüten, konnten sie mir das einfach nicht glauben.“ Seit 20 Jahren ist Koch nun schon Teil des Projekts „Lernort Natur“, denn: „Es macht einfach Spaß.“

Nach lehrreichen, aber auch anstrengenden drei Stunden ging der Tag für die Schüler mit Würstchen und Brötchen vorbei. Die Klasse mit dem besten Antwortendurchschnitt und somit Träger des Wanderpokals bis zum nächsten Jahr wurde die Grundschule Surendorf. Auf Platz zwei landete Strande, Neuwittenbek folgte mit knappem Punktenachteil.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen