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Stimme der ländlichen Räume wird gehört

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Wirtschaft, Bildung, Kultur, Umwelt, Gesundheit und Mobilität – zu diesen Themen hat gestern die „Koalition für die ländlichen Räume 2013“ ihre Arbeitsergebnisse zur Zukunft des Landes vorgestellt. In dem 30-seitigen Dokument, das von über 70 Mitwirkenden der Akademie für die ländlichen Räume und dem Sprengel Schleswig / Holstein der Nordkirche in elfmonatiger Arbeit erstellt wurde, werden Probleme hervorgehoben, Ziele genannt und Lösungsvorschläge gemacht.

Helga Klindt, Vorsitzende der Akademie für die ländlichen Räume, wünschte sich Handlungsspielräume für Landbewohner, basisnahe Politiker und den Verbleib der Wertschöpfung auf dem Land, „dann werden sich die ländlichen Räume als lebenswerte Regionen zukunftsweisend entwickeln“. Bischofsvertreter Gothart Magaard nannte als weiteres Ziel die „Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land“. Die Autoren sehen das Positionspapier als Beitrag zur „Landesentwicklungsstrategie 2010“ und hoffen auf Gehör bei der Landesregierung.

Dass ihnen dieses sicher ist, bestätigte gestern Abend der Minister für Umwelt und ländliche Räume, Robert Habeck. Nachdem er das Positionspapier in Kiel präsentiert bekam, versprach er insbesondere mit Vorschlägen zur Daseinsvorsorge im Angesicht des demografischen Wandels kreativ und konstruktiv umzugehen. Schließlich sei das Jahr 2014 zum „Jahr der ländlichen Räume“ ernannt worden. Zudem lobte er die Mitwirkenden für ihren Willen zur Vernetzung.

Inhaltlich gab es ebenfalls viele Überschneidungen zwischen den Forderungen der Koalition und dem Minister: So sollten etwa Bildungsstandorte erhalten bleiben, indem Kitas, Schulen und Erwachsenenbildung ihre Angebote an einem Ort bündelten.

Ein weiterer Themenbereich: Nur drei bis sieben Prozent aller Wege werden auf dem Land mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zurückgelegt – gleichzeitig wird häufig die schlechte Anbindung von vielen Dörfern bemängelt. Hierzu schlägt das Positionspapier vor, dass zwar Fahrplanlücken geschlossen und die Anbindung an den Schienenverkehr sichergestellt werden müsse, gibt aber auch zu, dass es künftig ein flexibleres System aus Anrufbussen, Sammeltaxen, Bürgerbusse und Carsharing geben sollte. Derartige passgenauen Lösungen sind ganz in Habecks Sinne.

Der Minister stellte zudem in Aussicht, dass ab 2015 wahrscheinlich neue EU-Mittel für die Entwicklung der ländlichen Räume zur Verfügung stehen werden.

>Broschüre: www.alr-sh.de

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