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Steuerzahlerbund warnt vor Kosten der Lehrer-Reform

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Altmann: Finanzierung nicht ohne Einschränkung anderer Bereiche möglich

Die Kritik an den Regierungsplänen zur Reform der Lehrerausbildung reißt nicht ab. Der Bund der Steuerzahler warnte vor „massiven Mehrbelastungen des Landeshaushalts“. Lehrerverbände forderten gestern wie zuvor die Opposition im Landtag die Rücknahme des Gesetzentwurfs der Landesregierung. SPD, Grüne und SSW wiesen die Kritik zurück und verteidigten ihren Kurs. Die CDU warf der Koalition im Gegenzug „Beratungsresistenz“ vor.

„Diesem Gesetz kann man nicht zustimmen“, sagte der Landesvorsitzende des Philologenverbandes, Helmut Siegmon. „Jeden Tag kommt ein neuer Haken.“ Die einheitliche Ausbildung von Lehrkräften für den Sekundarbereich sei ein Schritt in die falsche Richtung. „Schüler brauchen Profis und keine vermeintlichen Alleskönner“, assistierte Ulf Biethahn, Landessprecher des Bundesarbeitskreises der Seminar- und Fachleiter. „Die Qualität wird leiden“, fürchtet auch Eckhard Formella, Vorsitzender des Germanistenverbandes. Folge der Reform werde sein, dass die Zahl der Mathematikstudenten sinke, sagte Jürgen Schmidt, Chef des Vereins zur Förderung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts.


Kritik an geplanten Doppelstrukturen


Steuerzahler-Präsident Aloys Altmann sagte, in dem Gesetzentwurf fehle bisher jeder Hinweis, wie die zu erwartenden Mehrkosten der Reform finanziert werden sollen. Unter den Vorgaben der Schuldenbremse werde die Reform nicht finanzierbar sein, „ohne andere Landesaufgaben massiv einzuschränken“, sagte Altmann, der zuvor SPD-Staatssekretär und Präsident des Landesrechnungshofs gewesen war.

Die Koalitionsparteien gehen von höchstens 1,5 Millionen Euro für den Ausbau der Universität Flensburg und von laufenden Kosten von maximal zwei Millionen Euro jährlich aus. Die Opposition bezweifelt das. Altmann nannte die geplante Schaffung von Doppelstrukturen zweier Ausbildungsstätten in Kiel und Flensburg unwirtschaftlich.

Ungeklärt sei auch die Besoldung der künftig einheitlich ausgebildeten Sekundar-Lehrkräfte, die alle dem höheren Schuldienst zugeordnet werden müssten, sagte Altmann. Dies bedeute Mehrkosten „im hohen zweistelligen Millionenbereich“. Wolle Bildungsministerin Waltraud Wende die Mittel über die Streichung von Stellen im Schulbereich erwirtschaften, so werde das zu Lasten der Unterrichtsversorgung, der Inklusion und der Binnendifferenzierung gehen.

SPD-Schulpolitiker Martin Habersaat lehnte einen Ausstieg aus der Beratung des Gesetzentwurfs ab. Die Lehrerausbildung brauche eine Weiterentwicklung. Die Grünen warfen dem Philologenverband vor, aus ideologischen Gründen gegen das Sekundarlehramt zu sein.CDU und FDP wiesen die Regierungspläne erneut als nicht beratungsfähig zurück.

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erstellt am 22.Mai.2014 | 12:09 Uhr

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