Stadtradeln: Gelungene Premiere

Einige der Tornescher Teilnehmer an der Aktion Stadtradeln waren auf Einladung der Stadtbücherei zu einer Abschlussveranstaltung gekommen. Büchereileiter Michael Harbeck (rechts) hatte während des Aktionszeitraums auch einige Kilometer auf dem Rad zurückgelegt − obwohl er nur 750 Meter von seiner Arbeitsstätte entfernt wohnt.
1 von 2
Einige der Tornescher Teilnehmer an der Aktion Stadtradeln waren auf Einladung der Stadtbücherei zu einer Abschlussveranstaltung gekommen. Büchereileiter Michael Harbeck (rechts) hatte während des Aktionszeitraums auch einige Kilometer auf dem Rad zurückgelegt − obwohl er nur 750 Meter von seiner Arbeitsstätte entfernt wohnt.

Erste Teilnahme an der Aktion macht in Tornesch Lust auf mehr / Radler absolvieren 23 224 Kilometer für den Umweltschutz

von
26. Juni 2018, 16:05 Uhr

Sie haben drei Wochen lang kräftig in die Pedale getreten und damit nicht nur etwas für die eigene Gesundheit, sondern auch für die Umwelt getan. 87 Radfahrer haben für Tornesch an der Aktion Stadtradeln teilgenommen. Während einer kleinen Abschlussveranstaltung in der Stadtbücherei wurde nun Bilanz gezogen. Tenor: Im kommenden Jahr sollte Tornesch erneut an den Start gehen.

„Vielen Dank für ihre Teilnahme“, sagte Henning Tams von der Stadtverwaltung. Tams, Mitarbeiter im Fachdienst Bauverwaltung und Stadtplanung, hatte federführend die Koordination der Aktion in Tornesch übernommen. In dieser Funktion zog er Bilanz und präsentierte die Zahlen. 23 224 Kilometer haben die 87 Teilnehmer im Aktionszeitraum zurückgelegt. Und damit rein rechnerisch knapp 3300 Kilogramm CO2 vermieden. In zwölf Team sind die Radler an den Start gegangen. Die längste Strecke hat mit 5634 Kilometern die Mannschaft „Uetersener SG, Mitglieder und Freunde auf zwei Rädern“ zurückgelegt. Die meisten Teammitglieder, nämlich 22, konnte die Gruppe der Stadtbücherei Tornesch für sich gewinnen. Entsprechend glücklich zeigte sich Büchereileiter Michael Harbeck. „Ich habe mich irre gefreut, dass so viele Leute in unserem Team mitgeradelt sind“, sagte Harbeck. Lob und Dank richtete er an seine Mitarbeiterin Benita Kohrt. Sie habe maßgeblich dafür gesorgt, dass die Bücherei an der Aktion teilgenommen habe, so Harbeck.


Ein Teilnehmer kann sich über Gutschein freuen

Und auch Harbeck selbst hat einige Kilometer zum Gesamtergebnis beigetragen. „Für mich selbst haben die drei Wochen viel gebracht“, sagte der Büchereileiter. Er habe gelernt, wie viel sich mit dem Rad erledigen lässt. „Das hätte ich nicht gedacht“, so Harbeck. Für die drei Radler mit den meisten zurückgelegten Kilometern innerhalb seines Teams hatte er jeweils eine Urkunde parat. Der Spitzenreiter mit dem Kürzel „MH“ habe mit seinen absolvierten mehr als 400 Kilometern für verblüffte Gesichter gesorgt, so Harbeck. Seine Urkunde konnte der Radler allerdings nicht persönlich entgegennehmen, er war nicht anwesend. Unter allen Tornescher Teilnehmern wird zudem ein 350 Euro-Gutschein für einen Fahrradkauf verlost.

Während der Veranstaltung schilderten einige Teilnehmer ihre Erlebnisse − hatte die Aktion doch das Ziel, den Radlern ein Gespür für Probleme und Hindernisse des Radverkehrs zu vermitteln. Vielfach kritisiert wurden fehlende Radwege sowie der schlechte Zustand der bestehenden Streckenabschnitte. „Wären die Straßen in so einem Zustand, würden sofort Bauarbeiten beginnen“, sagte ein Teilnehmer.


Radschnellweg und eine Velo-Route

Tams verwies auf einige Projekte, die den Radverkehr in Tornesch und der Region stärken sollen. So ist im Verkehrsentwicklungsplan unter anderem ein Radfahrstreifen in der Esinger Straße enthalten und eine sogenannte Velo-Route soll künftig Uetersen über das Tornescher Stadtzentrum mit dem Gewerbegebiet in Oha verbinden. Umgesetzt werden soll die Route in den kommenden drei Jahren. Ein eher langfristiges Projekt ist laut Tams ein Radschnellweg, der von Elmshorn über Tornesch und Pinneberg bis nach Hamburg führen soll.

Für die Stadt Tornesch war es die erste Teilnahme an der Aktion Stadtradeln. An den Start gingen auch Wedel, Barmstedt und Brande-Hörnerkirchen. Bereits seit Jahren dabei sind die Städte Elmshorn und Pinneberg, die sich stets ein freundschaftliches Duell um den Sieg, sprich die meisten absolvierten Kilometer liefern. Mit 208 974 Kilometern hatte die Krückaustadt die Nase gegenüber Pinneberg mit 90 952 Kilometern deutlich vorn. Die Kreisstadt lag damit sogar noch hinter der Rolandstadt, in der 94 111 Kilometer „erradelt“ wurden.

Doch wichtiger als die nackten Zahlen, sind für alle Beteiligten der Umweltaspekt sowie die gewonnen Erkenntnisse über die eigenen Mobilitätsgewohnheiten. Harbeck drückte es so aus: „Verkehrskollaps? Dafür gibt es nur eine Lösung: Weniger Autoverkehr.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen