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Spitzenpirat: Datenmissbrauch ist „schleichendes Gift“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Warum profitiert die Piratenpartei nicht stärker von der Aufregung um Datenmissbrauch durch Geheimdienste und andere? Der Spitzenkandidat für die Bundestagswahl in Schleswig-Holstein, Heiko L. Schulze, erklärt dies damit, dass die Konsequenzen vielen Menschen erst langfristig klar würden. Bei einem Redaktionsbesuch bei unserer Zeitung bezeichnete er Datenmissbrauch als „schleichendes Gift, ähnlich wie Radioaktivität“. Beispiel: „Wer heute aus welchen Gründen auch immer nach Krankheitsbegriffen googelt, bekommt morgen vielleicht keine Lebensversicherung mehr.“

Obwohl mit 59 Jahren deutlich älter als der klassische Pirat, stieß Schulze zur Partei, weil er Freiheitsrechte des Einzelnen im Internet verteidigen wollte. Ebenfalls habe ihn Enttäuschung über die Grünen zum Eintritt in die Neugründung motiviert. Tagsüber kann der Kunsthistoriker Wahlkampf nur machen, wenn er sich Urlaub nimmt von seiner Tätigkeit als Referent beim Landesamt für Denkmalpflege im Kieler Schloss. „Größere Wahlkampfveranstaltungen schaffen wir personell und kostenmäßig nicht“, erklärte Schulze. Von knapp 1000 Mitgliedern seien etwa 150 wirklich aktiv. Umso wichtiger sei es auch für die Netz-Partei, in der realen Welt mit Plakaten präsent zu sein. „Das bedeutet ein Besetzen des öffentlichen Raums.“ Rege sei die Nachfrage nach Präsenz von Piraten bei Podiumsdiskussionen vor allem aus Schulen. Von daher hofft Schulze gerade auf Erstwähler. Um die drei Prozent sagen Meinungsumfragen bisher für die Piraten voraus. „Wegen der starken Schwankungen von Umfragen gerade im unteren Bereich“, sagt Schulze zu einem Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde: „Völlig ausschließen tue ich das nicht.“

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erstellt am 05.Sep.2013 | 00:34 Uhr

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