SPD springt über ihren Schatten

Matthias Nowatzki von der CDU (rechts) und Grünen-Vertreter Bernd Möbius (Zweiter von rechts) unterhalten sich während der Sitzungsunterbrechung über das Vorgehen und tauschen Argumente für und wider aus. Auch am Tisch wird munter diskutiert.
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Matthias Nowatzki von der CDU (rechts) und Grünen-Vertreter Bernd Möbius (Zweiter von rechts) unterhalten sich während der Sitzungsunterbrechung über das Vorgehen und tauschen Argumente für und wider aus. Auch am Tisch wird munter diskutiert.

Bauvorhaben am Tornescher Weg initiiert / 45 Einfamilienhäuser und mehrere Geschosswohnungen sollen entstehen

shz.de von
27. August 2018, 16:05 Uhr

Die Ohlenkamkamp GmbH aus Uetersen plant am Tornescher Weg etwa 45 Einfamilienhäuser zu erreichten sowie drei Wohnblöcke. Sowohl die dafür notwendige Änderung des Flächennutzungsplans als auch der Bebauungsplan selbst sollten während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bau und Verkehr auf den Weg gebracht werden. Doch ein Selbstgänger war das nicht. Vor der Abstimmung im Rathaus hatte Michael Martens (Foto) vom Investor Gelegenheit, für sein Vorhaben zu werben, für das bislang landwirtschaftlich genutzte Flächen erschlossen werden sollen.

„Wir kaufen und entwickeln Grundstücke und stimmen uns im Vorfeld mit der Verwaltung ab“, begann Martens seine Ausführungen. „Der Bedarf an Grundstücken ist gigantisch groß. Überall gibt es Bauleitplanungen nur in Uetersen nicht“, sagte Martens weiter. Daher habe er die Idee entwickelt, am Tornescher Weg zu projektieren und dafür die Zustimmung der Grundstückseigentümer erhalten, denen er besagten Grund und Boden bereits abgekauft habe.

Insgesamt sollen rund zwei Hektar überplant werden. Das reicht für die zirka 45 Einfamilienhäuser mit Grundstücksgrößen von jeweils 600 Quadratmetern und für die Errichtung der Geschosswohnungen.

Er halte es für ganz wichtig, die Jugend am Ort zu behalten. Dafür müsse aber neuer Wohnraum her. Holger Köpcke sagte für die BfB-Fraktion, dass er das Vorhaben als sehr positiv bewerte. Dieter Schipler von der SPD sagte, dass der Geschosswohnungsbau okay sei, man sich aber streube, der Flächenversiegelung zur Errichtung der Einfamilienhäuser zuzustimmen. Man plädiere stattdessen für eine innerstädtische Verdichtung. Martens sagte, dass er das Projekt nur insgesamt verwirklichen werde. Die SPD bat daraufhin um eine Sitzungsunterbrechung. Zuvor hatte sich bereits die CDU dafür ausgesprochen, das Projekt zu unterstützen, die Grünen hatten signalisiert, zerrissen zu sein, ebenso die FDP.


Die SPD-Fraktion hat sich enthalten

Nach der kurzen Pause erklärten die Sozialdemokraten, sich nun enthalten zu wollen, um den Geschosswohnungsbau nicht zu verhindern.

Die Abstimmung: Die CDU war geschlossen dafür, ebenso dafür waren BfB und Andrea Alexander von den Grünen. Grünen-Fraktionskollege Bernd Möbius stimmte hingegen mit Nein. Für ihn hätten sich zu viele Fragen ergeben. Unter anderem störte es Möbius, dass die Landesplanung erst im April signaisiert habe, einer möglichen Bebauung positiv gegenüber zu stehen und bereits im Juni entsprechende Anträge von Ohlenkamp an die Politik gestellt worden seien. Da frage man sich, wer wen bestellt habe. Martens sagte nach der Sitzung im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Landesplanung den Kreis Pinneberg jährlich bereise und dabei auch eingereichte Vorhaben auf ihre Machbarkeit hin untersuche. So etwas sei also ein ganz normaler Vorgang.

Weil sich die drei SPD-Vertreter sowie die FDP-Vertreterin Stephanie Michelle Hochsprung enthielten, gab es die notwendige Mehrheit von CDU, BfB und Grünen-Vertreterin Alexander. Das Projekt der Firma Ohlenkamp kann also vorerst weiter verfolgt werden.

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