SPD fordert neue Besucherregelung in Pflegeheimen

Margret Kiosz von
26. April 2020, 11:41 Uhr

Kiel | Trotz der hohen Zahl von Corona-Opfern in den Pflegeeinrichtungen des Landes fordert die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Birte Pauls, eine Kehrtwende in der Besucherregelung. „Es war richtig, die Einrichtungen der stationären Pflege sowie der Eingliederungshilfe für Besucher zu schließen. Das kann man für eine gewisse Zeit verantworten – aber nicht auf Dauer“, gab sie am Wochenende zu Bedenken.

Verzweifelte Angehörige und Bewohner, die das Essen verweigern, seien Alarmzeichen. „Die Isolierung von Heimbewohnerinnen und Bewohnern ist eine menschliche Tragödie“, so Pauls.

Videotelefonie sei für die ältere Generation eine Herausforderung und könne das persönliche Gespräch und die Zuwendung nicht komplett ersetzen. Und: „Stirbt ein Mensch, kann ein Abschied nicht nachgeholt werden. Zur Trauer der Hinterbliebenen gesellt sich dann das ohnmächtige Gefühl, Mutter oder Vater in den letzten Stunden nicht begleitet zu haben.“

Deshalb fordert die SPD eine Öffnung der stationären Pflegeeinrichtungen für einen begrenzte Zahl von Bezugspersonen – maximal eine oder zwei pro Heimbewohner. Eventuelle Infektionsketten könnten dann nachvollzogen werden. Auch eine zeitliche Begrenzung der Kontakte hält Pauls für denkbar. Selbstverständlich müssten die Besucher vollkommen symptomfrei sein und keinen Kontakt mit Infizierten gehabt haben.

Je nach baulichen Voraussetzungen könnten Besuchsräume eingerichtet oder Zugänge zu den Zimmern über Terrassen sowie Begegnungen im Außenbereich ermöglicht werden. „Wir fordern das Land auf, nach Rückkopplung mit den Fachleuten einen entsprechenden Erlass auf den Weg zu bringen“, so Pauls.

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