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Soldat feuert scharfe Rakete auf bemanntes Flugzeug

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei einer Schießübung der Bundeswehr in Ostholstein ist es im Jahr 2011 zu einer gefährlichen Panne gekommen.

Ein Soldat feuerte eine Stinger-Rakete auf ein bemanntes Übungsflugzeug statt auf eine dafür vorgesehene Drohne. Bei dem Zwischenfall auf dem Truppenübungsplatz Putlos verfehlte das Geschoss das zivile Flugzeug, das im Auftrag der Bundeswehr sogenannte Schleppziele zog. Die Rakete schlug in einem Waldstück des Schießplatzes ein. Die damit befasste Staatsanwaltschaft Lübeck bestätigte den Vorfall vom Mai 2011.

Der damals diensthabende Feldwebel, der nach internen Untersuchungen der Bundeswehr den Feuerbefehl für den Abschuss einer Stinger-Rakete gegeben hatte, musste sich am Freitag vor dem Oldenburger Amtsgericht wegen gefährlichen Eingriffs in den Flugverkehr verantworten. Das Gericht stellte das Verfahren aber auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen Zahlung einer Geldbuße ein.


Schuldfrage nicht zu klären


Die Schuldfrage war nach über zwei Jahren nicht mehr zu klären, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte. „Bei der Bundeswehr trifft nicht ein Mann alle Entscheidungen“, zitierten die „Lübecker Nachrichten“ den Richter.

Die Stinger-Rakete wird auch als Fliegerfaust bezeichnet: Die 1,5 Meter langen und nur rund zehn Kilogramm schweren Geschosse lassen sich einfach transportieren und von nur einer Person von der Schulter abfeuern. Mit ihr können vor allem Flugzeuge oder Hubschrauber in sehr tiefen und mittleren Flughöhen bis 3000 Meter bekämpft werden.

Strittig ist zwar weiterhin, ob der Feldwebel die alleinige Verantwortung trägt. Jedoch rechnet die Staatsanwaltschaft nicht damit, dass nach dem abgeschlossenen Verfahren noch weitere Personen strafrechtlich verfolgt werden. Gegen den Feldwebel hat die Bundeswehr laut Staatsanwaltschaft ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Das Verteidigungsministerium äußerte sich unter Verweis auf die Strafverfolgungsbehörden nicht näher.

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erstellt am 23.Sep.2013 | 00:33 Uhr

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