So fährt Sylt in die Zukunft

Erster autonom fahrender Bus in Nordfriesland / Heute Startschuss für Elektro-Autobahn an der A 1

von
20. Juni 2018, 17:38 Uhr

Bernd Buchholz (FDP) macht es sichtlich Freude, wenn er in diesen Tagen durchs Land reist. „Die technische Entwicklung ist kein Science Fiction, sie ist zu sehen“, sagt Schleswig-Holsteins Verkehrsminister. Gestern hat sein Staatssekretär Thilo Rohlfs in Enge-Sande (Kreis Nordfriesland) den ersten autonom fahrenden Bus für Schleswig-Holstein vorgestellt, der auf dem dortigen Green-Tec-Campus weiter getestet werden soll. Später soll er – zunächst noch mit einem Fahrer, der aber nur noch Steward heißt – in Keitum auf Sylt zum Einsatz kommen.

„Wenn das ein erfolgreicher Versuch ist, dann ist das vorbildhaft für das Land und auch über Schleswig-Holstein hinaus“, sagt Rohlfs. Das vom Bundesverkehrsministerium mit rund 2,3 Millionen Euro geförderte Projekt ist im vergangenen Jahr gestartet und läuft noch bis Sommer 2020.

Florian Dünckmann, Professor für Kulturgeografie an der Kieler Uni, ist einer der Partner, die in den kommenden Jahren im Projekt „Nachfragegesteuerter Autonom-Fahrender“-Bus ein Mobilitätskonzept „ÖPNV-on-Demand“ auf Basis autonomer, elektrisch angetriebener Kleinbusse entwickeln wollen. Er sagt, dass Individualverkehr zwar immer wichtig sein und auch der normale ÖPNV nicht durch die selbstfahrenden Busse ersetzt werde – aber die seien als Ergänzung zu sehen, etwa um Ortschaften anzubinden, die nur wenige Kilometer abseits der Linienbusrouten liegen.

Für den schleswig-holsteinischen Verkehrsminister Buchholz ist die E-Mobilität aber auch Technik für die Wirtschaft. Das will er heute demonstrieren, wenn er an der A 1 den Startschuss für den Bau des ersten Teilstücks für den so genannten E-Highway gibt. Zwischen Reinfeld und Lübeck hat ein Baukonsortium ein neues Oberleitungssystem entwickelt, von dem Hybrid-Lkw auf der Strecke ab Mitte 2019 während der Fahrt mit Strom versorgt werden sollen. Buchholz: „Die beiden Projekte zeigen exemplarisch wie Menschen auf dem flachen Land, aber auch Wirtschaftsunternehmen in den Ballungsräumen die neuen Technologie zu Gute kommen kann.“

Ein Interview mit Sven Paulsen, Geschäftsführer der Sylter Verkehrsgesellschaft SVG, lesen Sie auf Seite 9

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen