Siegerentwurf: Ausschuss stimmt zu

Dr. Andreas Piltz
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Dr. Andreas Piltz

Der Wettbewerbsgewinner „Ortskern Stift“ im Bau- und Umweltausschuss / Der Beschluss-Text löste eine Debatte unter den Mitgliedern aus

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15. Mai 2018, 18:11 Uhr

Uneinigkeit herrschte unter den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses der Gemeinde Altenholz während der jüngsten Sitzung. Der Grund war die Formulierung des Beschlusses zur Umsetzung des Siegerentwurfs „Ortskern Stift“. „Wenn wir uns sklavisch an die Entscheidung des Preisgerichts binden wollen, weiß ich nicht, warum wir hier sind“, kritisierte Andreas Piltz (CDU) den vorgelegten Beschlussvorschlag.

Zuvor hatte Stefan Escosura der AC Planergruppe seinen Entwurf zur Aufwertung des Zentrums von Altenholz-Stift nochmals erläutert. Ein wesentlicher Gedanke des Planungswettbewerb-Gewinners: „Es gibt im Ortskern ganz viele Elemente, die nichts miteinander zu tun haben.“ Im Grunde sei alles in Altenholz-Stift vorhanden, so Escosura, was man in einem Ortskern erwarten würde. Aber: „Es guckt sich nichts an“. Die Elemente stünden in keiner Beziehung zueinander, kritisierte er. Ein weiterer Ansatzpunkt der AC Planergruppe ist die Begrünung des Zentrums. „Sie haben ein Rathaus und eine klasse Kirche, aber man erkennt es nicht, weil sie weggegrünt sind.“ Stefan Escosura schlug so etwa vor, mit der Kirche ins Gespräch zu kommen, „und sie zu fragen: ,Könnt ihr euren Kirchhof so gestalten, dass er zu unserem Konzept passt?’“. Zugunsten des – wie Stefan Escosura es nennt – „Begegnungseffekts“ müssten auch Eingänge – etwa des Supermarkts, der Kita oder von Cafés im Zentrum – neu sortiert werden. „Denn ein Qualitätsmerkmal von Kleinstädten ist die Begegnung, und wir müssen einen Raum dafür schaffen, dass man diese Begegnung genießen kann.“ So sorge für eine hohe Aufenthaltsqualität, „wenn ich vom Kaffeetrinken zum Edeka nur 15 Meter habe, und das auch noch ohne Straßenverkehr und Straßenlärm“, erklärte Escosura.

Für die Parkanlage wünscht sich der Planer, „dass man merkt, dass der Park da ist, und er nicht so isoliert bleibt“. Hinweise des Preisgerichtes, etwa die Fuß- und Radwege stärker ins Zentrum hineinzuziehen, berücksichtigte das Planungsbüro durchaus. „Aber wir brauchen auch eine Raumbildung.“ Ein weiterer Wunsch des Preisgerichtes war der Erhalt der Baumsubstanz im Ort. „Das nehmen wir mit auf. Aber dieses Zuwachsen muss verschwinden.“ Insbesondere auf Grünflächen sei ein freier Blick – ohne Büsche – förderlich für das Sicherheitsgefühl und die Beleuchtung vor allem in der kalten Jahreszeit, betonte Escosura.

Der Beschluss für den Bauausschuss lautete nun, die Entscheidung des Preisgerichts zur Vergabe des ersten Preises zustimmend zur Kenntnis zu nehmen. Aber so einfach war es dann doch nicht.

Bei einigen Ideen des Planungsbüros herrsche Diskussionsbedarf, wandte Andres Piltz (CDU) ein. „Aber ich finde sehr gut“, sagte er mit Blick auf die Sondereinwohnerversammlung kommende Woche, „dass die Bürger beteiligt werden, sodass auch mal die Betroffenen zu Wort kommen.“ Der Planung seine Zustimmung zu erteilen, erscheint ihm daher zu früh, so Piltz. Bürgermeister Carlo Ehrich versuchte, die Bedenken aus dem Weg zu räumen. Der Bauausschuss erteile mit seiner Zustimmung nicht den abschließenden Auftrag an das Planungsbüro. Ehrich: „Heute soll nur die politische Absichtserklärung des Bauauschusses erfolgen, dass wir die Entscheidung des Preisgerichts mittragen.“ Doch Andreas Piltz bekundete wiederholt seinen Unmut hinsichtlich des Beschlusses und beantragte eine Umformulierung, um „jede Missverständnismöglichkeit auszuschließen.“ Wenig Verständnis für die Kritik brachte Ingo Baasch (SPD) seinem Vorredner Andreas Piltz entgegen: „Ich bin überrascht, weil doch gerade die CDU immer zügig vorankommen wollte.“

Den Antrag der CDU, den Beschluss umzuformulieren, lehnte die Mehrheit der Bauausschuss-Mitglieder ab. Der unveränderte Beschluss setzte sich schließlich mit acht Stimmen und einer Gegenstimme durch. Die Sonder-Einwohnerversammlung findet am Mittwoch, 23. Mai, um 17.30 Uhr im Altenholzer Ratssaal statt.

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