Agrar-Oldtimer-Club : Seit 20 Jahren im selben Takt

Lenken die Geschicke des Vereins: Der AOC- Vorstand mit Schriftführer Hans-Jürgen Bauer (v.li.), Kassenwart Wolfgang Jöhnk, dem 1. Vorsitzenden Karsten Koch und dessen Stellvertreter Reinhard Sommerfeld.
Lenken die Geschicke des Vereins: Der AOC- Vorstand mit Schriftführer Hans-Jürgen Bauer (v.li.), Kassenwart Wolfgang Jöhnk, dem 1. Vorsitzenden Karsten Koch und dessen Stellvertreter Reinhard Sommerfeld.

Reparieren, Restaurieren und mit Gleichgesinnten fachsimpeln: Der Agrar-Oldtimer-Club Dänischer Wohld feierte jetzt Geburtstag.

shz.de von
30. Juli 2018, 06:00 Uhr

Osdorf | 20 Jahre Agrar-Oldtimer-Club Dänischer Wohld (AOC) – allemal ein Grund zum Feiern. Die ursprüngliche Idee dazu, einen Club für Freunde von alten Treckern und Landmaschinen ins Leben zu rufen, kam Heinz Mohr, Dirk Brandt und Bernd Wiese allerdings schon 1996 auf einem Ernteball in Osdorf. Schnell wurden mit Peter Kruse, Bernd und Wilfried Schmökel, Hermann und Jürgen Jöhnk, Wolfgang Esch, Klaus Lück und Wolfgang Jöhnk weitere Mitstreiter gefunden, mit denen man einen Vorstand bildete und eine Satzung erarbeitete. Im April 1998 gab es im Landhaus Hammerich eine Info-Veranstaltung, auf der weitere 50 Mitglieder gefunden werden konnten.

Mittlerweile hat der Verein 176 Mitglieder, von denen etwa 60 einen alten Traktor ihr Eigen nennen, wie AOC-Vorsitzender Karsten Koch betonte. Dabei umfasst die Palette Namen wie Fahr, MAN, Fendt und Deutz oder auch Hanomag, McCormick, Porsche und natürlich den legendären Lanz Bulldog, von denen vier Exemplare im Verein zu finden sind. Einen davon – mit Baujahr 1939 das älteste Fahrzeug im AOC – fährt Thorsten Pastwa aus Kaltenhof. „Als ich ihn kaufte, lief er zwar, aber ich habe ihn immer wieder repariert, um ihn am Leben zu erhalten, und technisch überholt, um ihn in seinen Ursprungszustand zu versetzen“, so Pastwa. Noch heute sei das Fahrzeug auf eigenem Land oder auch beim Nachbarn, einem Landwirt, im Einsatz und somit nach wie vor seinem eigentlichen Zweck dienlich, betonte er.

Reparieren, Restaurieren und unter Gleichgesinnten an der alten Technik zu arbeiten, sie der Nachwelt zu erhalten und die Unterschiede zur heutigen Technik aufzuzeigen, ist auch eigentlicher Sinn und Zweck des Vereins, wie Koch sagte. Mit der Nachwelt, sprich Jugendlichen im Verein, ist es so eine Sache. „Zwei Jugendliche haben wir im Verein, die durch ihre Eltern zu uns gekommen sind. Einer ist 17, der andere 14 Jahre alt“, so der AOC-Vorsitzende. So wie auch der 14-jährige Benedict Pastwa, der zurzeit seinen eigenen Oldtimer, den er vom Opa bekommen hat, eigenständig restauriert.

Aber nicht nur repariert und restauriert wird im AOC, auch andere Aktivitäten kommen nicht zu kurz. Neben den wöchentlichen Treffen in Osdorf und Präsentationen der Fahrzeuge auf Festen im ganzen Wohld oder auch in Kiel zum Kieler Umschlag sind das Frühjahrstreffen oder das Stoppelfest fixe Termine im jährlichen Kalender. Dazu gibt es kürzere Tagesfahrten und alljährlich macht sich eine Gruppe seit zwölf Jahren auf zu einer großen Fahrt. Führten frühere Fahrten nach Ostfriesland, Rügen, ins Alte Land oder den Harz, ging es in diesem Jahr auf die bislang längste Tour. Die Route führte die Trecker vom Ahrtal über die Eifel, das Münsterland und Ostfriesland zurück in den Wohld.

Und in diesem Jahr stand dann eben auch noch die Jubiläumsfeier am Sonnabend in der Alten Scheune auf Hof Radbruch in Neuwittenbek auf der Agenda, zu der rund 100 Gäste kamen und natürlich auch die Ehefrauen und Partnerinnen der Mitglieder mit von der Partie waren, die ihren Männern deren Hobby wohlwollend gestatten.

Vier der noch acht aktiven Gründungsmitglieder waren auch dabei und wurden von Klaus Koch mit Weinen – „guten Weinen“, wie Koch hervorhob – geehrt. Nachdem Koch die Gründung und Geschichte des Vereins Revue passieren ließ und sich die Gäste mit Burgunderschinken und Putenbrust gestärkt hatten, wurde bei Musik – präsentiert von AOC-Mitglied Bernd Wiese und Dirk Martens mit ihrer „Rollenden Disco“ – ausgiebig bis in die Nacht geschwoft. Eingeladen waren auch vier befreundete Vereine, von denen zwei – die „Oldtimerfreunde für Eckernförde und Umgebung“ und die „Öltimer Sehestedt“ – Delegationen schickten. Und es würde sicher an ein Wunder grenzen, wenn man zwischen Musik und Tanz nicht hier und da die eine oder andere Fachsimpelei über Agrar-Oldtimer hätte belauschen können.

Die nächste Veranstaltung mit Beteiligung des Agrar-Oldtimer-Clubs Dänischer Wohld ist das Stoppelfest mit Oldtimer-Pflügen, das am Sonntag,19. August, von 10 bis 17 Uhr auf Gut Warleberg stattfindet.

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