Seeumfeld: Die CDU macht ernst

Christdemokraten wollen zwei Beschlüsse zu „Tornesch am See“ aufheben lassen / Verkehr soll über den Schäferweg fahren

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21. Juni 2018, 16:05 Uhr

Das war zu erwarten: Die Tornescher CDU möchte in Sachen Verkehrsführung rund um das künftige Gewässer im Neubaugebiet „Tornesch am See“ ihre Vorstellungen umsetzen und dafür einen im Februar im Bauausschuss gefassten Beschluss aufheben. Konkret geht es um die Straße Ohlenhoff, die nach dem Willen der CDU autofrei werden − und nicht wie von der SPD favorisiert, als Einbahnstraße aus Richtung Norden fungieren soll. Auch eine Festlegung zum Standort für die Gastronomie wollen die Christdemokraten aufheben. Die Themen werden am kommenden Montag, 25. Juni, im Bauausschuss diskutiert. Die Chancen für die CDU-Anträge stehen gut, da sie nach der Kommunalwahl vom 6. Mai gemeinsam mit der FDP über die Mehrheit in den politischen Gremien der Stadt Tornesch verfügt. Die Liberalen hatten sich ebenfalls für einen autofreien Ohlenhoff ausgesprochen.

Wieviel Verkehr verträgt der neue Platzbereich am westlichen Seeufer? Darüber war rund um den Jahreswechsel in der Tornescher Politik lebhaft diskutiert worden. Während die SPD im Dezember zunächst einen sogenannten Shared Space-Bereich, in dem sich alle Verkehrsteilnehmer quasi gleichberechtigt bewegen, ins Spiel brachte, betonte die CDU von Anfang an, dass für sie motorisierter Verkehr im Ohlenhoff nicht in Frage kommt. Vor allem die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern sahen die Christdemokraten gefährdet − eine Meinung, die FDP und zahlreiche Tornescher, die zur Bauausschusssitzung im Dezember gekommen waren, teilten. Nachdem es zwischenzeitlich so aussah, als wenn sich auch die Sozialdemokraten mit einem autofreien Ohlenhoff anfreunden konnten, ruderten sie Mitte Januar zurück. Nun sollte doch Verkehr auf dem Platzbereich zugelassen werden. Rücksprache hatten die Sozialdemokraten unter anderem mit der Landschaftsarchitektin Ursula Zumholz gehalten. Die hatte dafür plädiert, den Ohlenhoff zwar für den Verkehr zu beruhigen, aber grundsätzlich für Pkw und Lkw offen zu halten. Unter anderem, weil für Zumholz der Schäferweg für eine Umfahrung aufgrund der zu geringen Breite und eines erhaltenswerten Knicks nicht in Frage kommt.

Ein Punkt, den die CDU anders sieht. Die Christdemokraten wollen den Verkehr entlang der Einzelhandelsmärkte über den Schäferweg und dann auf den Baumschulenweg führen. Auch die am 5. Februar beschlossene Einbahnstraßenregelung − eine Idee, die im Gespräch zwischen Verwaltung und der Ingenieursgemeinschaft Schubert entstanden war und mit der SPD-Mehrheit beschlossen wurde − lehnen die Christdemokraten ab. „Das Ziel muss sein, den Seeplatz zwischen Gastronomie und See von Kfz frei zu halten, auch um eine Gefahr für Kinder, Senioren und andere Besucher der Freiflächen auszuschließen“, heißt es in der Beschlussvorlage der CDU für den kommenden Montag.

Darin wollen die Christdemokraten auch den Beschluss aufheben lassen, der festlegt, die Gastronomie im sogenannten Baufeld A, also westlich des Sees, anzusiedeln. Stattdessen soll auch die Möglichkeit bestehen, die Gastronomie am nördlichen Seeufer, dem sogenannten Baufeld B, unterzubringen. Die Entscheidung über den Standort solle letztlich der Investor treffen, so die CDU.


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Seit Beginn der neuen Wahlperiode verfügt die CDU in den Tornescher Ausschüssen über vier Mitglieder, SPD und Grüne stellen je zwei Vertreter, die FDP ein Mitglied. Die Sitzung beginnt am Montag um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.

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