Vor Büsum : Seenot-Drama auf der Nordsee endet glimpflich

Mit einem Vermessungsboot wie diesem waren die beiden Männer unterwegs, um den Meeresboden zu untersuchen.
Mit einem Vermessungsboot wie diesem waren die beiden Männer unterwegs, um den Meeresboden zu untersuchen.

Ingenieure kentern mit Vermessungsboot und retten sich nach Nacht im Meer auf Sandbank.

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19. Juli 2018, 12:48 Uhr

Büsum | Einer der Männer konnte noch eine Rettungsweste überstreifen, der zweite lediglich nach einem Rettungsring greifen. Seenot-Drama auf der Nordsee vor Büsum (Kreis Dithmarschen): Nach dem harten Schlag einer Welle ist Dienstagabend ein Vermessungsboot mit zwei Ingenieuren gekentert.

Lediglich mit kurzen Hosen und T-Shirts bekleidet trieben die Männer die ganze Nacht im Meer (18 Grad), beide an den Rettungsring geklammert. Am Morgen konnten sie dann auf eine Sandbank krabbeln. Dort entdeckte der Seenotrettungskreuzer „Theodor Storm“ die Schiffbrüchigen und nahm die völlig entkräfteten Männer an Bord. Sie wurden mit Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht.

Die Ingenieure waren mit einem sieben Meter langen Boot vom Typ „Geo Profiler“ unterwegs, um mit einem Echolot die Struktur des Meeresbodens zu erfassen. Das ist zum Beispiel notwendig, um Seekabel zu verlegen. Am Abend kehrten sie jedoch nicht wie geplant in den Hafen von Büsum zurück. „Wir bekamen keinen Kontakt mehr zu unseren Mitarbeitern“, sagte Rainer Kipfmüller, Geschäftsführer der „Geo Group“, der das Boot gehört. Eine Angestellte habe dann alle erforderlichen Schritte eingeleitet.

Die Suche nach den Vermissten begann in den Morgenstunden. Drei Rettungskreuzer der DGzRS und vier weitere Schiffe liefen aus, ein Hubschrauber der Marine startete. Gegen 13 Uhr sichtete die Crew der „Theodor Storm“ die Ingenieure auf der Sandbank Tertiussand rund zehn Kilometer vor Büsum.

Was war passiert? „Storm“-Vormann Olaf Burrmann: „Ein Seeschlag hat das Boot kentern lassen, beide Männer gingen über Bord.“ Seeschlag bedeutet, dass Wasser hart auf das Schiff einwirkt. Burrmann: „Die Nacht über trieben sie in der Nordsee, schliefen abwechselnd. Am Morgen ist es ihnen dann gelungen, Grund unter die Füße zu bekommen.“

Das Boot ist laut DGzRS verschollen. Bei der „Geo-Group“ ist die Erleichterung trotzdem groß. „Wir haben alle geschwitzt und gezittert und sind nun überglücklich, dass sie gerettet wurden“ erklärte Kipfmüller. „Nichts ist wichtiger als gesunde Mitarbeiter.“ Nun müsse die Ursache geklärt werden, „damit so etwas nie wieder passiert“.

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