Seehofer: „Das muss man aushalten“

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16. Oktober 2018, 18:56 Uhr


Seehofer-Dämmerung? Von wegen! „Das macht Spaß“, sagt CSU-Parteichef und Bundesinnenminister Horst Seehofer vor der versammelten Hauptstadt-Presse über seine Arbeit. Von Rücktrittsgedanken will der 69-Jährige erst einmal nichts wissen. Gibt es Druck aus der eigenen Partei, aber auch von CDU und SPD, abzutreten? „Das muss man aushalten.“ Es sei „eine Frage der Haltung“, die CSU jetzt „als Team“ zu stabilisieren.

Seehofer sieht sich als Stabilitätsanker, viele Journalisten staunen. Nach der Koalitionsbildung soll Markus Söder in vier Wochen wieder zum Ministerpräsidenten von Bayern gewählt werden, legt der CSU-Chef seinen Fahrplan vor. Dann werde es eine Analyse geben und er sich der Parteibasis stellen, vermutlich auf einem Sonderparteitag spätestens am 15. Dezember. Aber einfach vom Hof jagen lassen, das will er sich nicht. „Ergebnisoffen“ werde die Aufarbeitung der Bayern-Wahl ausfallen, kündigt Seehofer an. Ja, es könne personelle Konsequenzen geben, sagt er. „Oder aber eben nicht.“

Für den überwältigenden Teil der Wähler war Seehofer der Hauptgrund für das CSU-Fiasko bei der Landtagswahl. Auch die SPD macht den CSU-Chef wegen des Dauerstreits in der Großen Koalition mitverantwortlich für ihren Absturz, weil die Regierungserfolge völlig untergegangen seien.

Und trotzdem „Weiter so“ mit Seehofer – davor graut es auch der CDU, aus deren Reihen lauthals der Rücktritt des Bayern gefordert wird. Der Parteivorsitzende müsse seine persönliche Verantwortung benennen. Und es muss auch zu personellen Konsequenzen kommen“, sagt CDU-Mann Norbert Röttgen.

Die CSU sollte „ über ihre Führung nachdenken“, versucht Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther im „Handelsblatt“, an Seehofers Stuhl zu sägen. Im Lager von Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel hofft man sehnlichst, den notorischen Störenfried und Kanzlerinnen-Widersacher aus München als Folge der Landtagswahl endlich loszuwerden.

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