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Schweigen im Hamburger Rathaus: Tausende Behördentelefone ohne Anschluss

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Selbst die Experten von Dataport sind ratlos: Auch fast 36 Stunden nach dem Ausfall Zehntausender Telefonanschlüsse in der Hamburger Verwaltung war die Ursache gestern Abend weder behoben noch gefunden. Fast den ganzen Dienstag über waren 29 000 Festnetzanschlüsse im Rathaus und in den Amtsstuben nicht erreichbar gewesen – jedes dritte Behördentelefon. Gestern blieben erneut 6000 Apparate stumm. Der IT-Dienstleister Dataport suchte „mit Hochdruck“ nach dem Fehler – vergebens.

Tausende Hamburger bekamen nur endlose Warteansagen zu hören, wenn sie über Festnetz Ämter erreichen wollten. Auch im Rathaus, Sitz von Senat und Bürgerschaft, waren ab Dienstag, 10 Uhr, die Leitungen tot, einschließlich Senatskanzlei und Bürgermeisterbüro von Olaf Scholz (SPD). An Medienvertreter ging die Bitte, bei Bedarf Kontakt über Handy oder Mail auszunehmen.

Selbst untereinander konnten die Mitarbeiter in betroffenen Dienststellen nicht telefonieren. Dabei schien die störrische Technik am Dienstagabend bereits wieder in Reih und Glied, als Dataport und hinzugezogene Fachleute des Systemherstellers Siemens sämtliche Ämtertelefone flott gemacht hatten. Aber dann. Dataport-Sprecherin Britta Heinrich: „Am Mittwochmorgen waren erneut 6000 Telefone nicht erreichbar.“

Betroffen auch diesmal die Senatskanzlei, die Bürgerschaft und die Umweltbehörde sowie diverse Gerichte und Staatsanwaltschaften. Ursache? Unbekannt. Heinrich: „Wir können nur sagen, dass ein Kommunikationsproblem im Netz vorliegt.“ Ob die Software oder die Hardware streikt – selbst das wusste zunächst niemand. Klar ist aber, dass der Fehler im digitalen Teil des Behörden-Telefonnetzes zu suchen ist. Sämtliche ausgefallenen Telefone laufen über die neue NGN-Technologie, die Dataport seit 2011 schrittweise in Hamburg einführt. Von den 83 000 städtischen Anschlüssen sind mittlerweile 29 000 auf das Next Generation Net (NGN)-System umgestellt. Sie alle blieben am Dienstag stumm. Die Modernisierung lässt sich Hamburg mindestens 33 Millionen Euro kosten.

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erstellt am 05.Feb.2014 | 15:41 Uhr

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