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Schüler streiken für Bleiberecht von Lampedusa-Flüchtlingen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Sie schwänzen für ein Bleiberecht von Flüchtlingen in Hamburg: Tausende Schüler wollen heute mit einem eintägigen Schulstreik für die Duldung der Lampedusa-Gruppe auf die Straße gehen. Um 10 Uhr soll sich der Demonstrationszug vom Hauptbahnhof in Bewegung setzen und über die Mönckebergstraße zur SPD-Zentrale ziehen, um ein Zeichen gegen die „mörderische Abschottung Europas“ zu setzen. Die Veranstalter hoffen auf 3000 Teilnehmer, auf Facebook haben 1260 Interessierte ihr Kommen angekündigt.

Der Auszubildende Taro Tatura sagt: „Wir wollen dem Senat zeigen, dass wir nicht mit seiner Flüchtlingspolitik einverstanden sind.“ Die Landesregierung lehnt es ab, etwa 300 afrikanischen Flüchtlingen pauschal eine Aufenthaltsgenehmigung zu erteilen. Mehr als 100 Schüler und junge Erwachsene haben den ersten Hamburger Schulstreik seit Jahren aufwändig vorbereitet; die Schüler brachten fast 20 000 Flyer unters Volk. Vorbild ist eine ähnliche Aktion inn Frankreich im Oktober.

Schulsenator Ties Rabe (SPD) ist nicht begeistert. Politisches Engagement von Schülern begrüße er zwar grundsätzlich, lässt seinen Sprecher aber Konsequenzen für Schwänzer ankündigen. Wer den Unterricht versäume, dem werde dies als unentschuldigtes Fehlen vermerkt.

Janina Abts, von der Grünen Jugend widerspricht: „Hier wird Demokratie gelebt.“ In der Schule sollten nicht allein Mathematik und Englisch vermittelt werden, sondern auch grundlegende Werte der Gesellschaft. Die Lehrergewerkschaft GEW hält den Unterrichtsboykott gar für „praktischen Politikunterricht“.

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