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24. Oktober 2017 | 04:41 Uhr

Schnell baut, wer doppelt baut

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2014 | 15:11 Uhr

Doppelt gibt, wer schnell gibt, sagten die alten Römer – und lobten damit beherzte Spender. Dasselbe Lob kann sich jetzt Verkehrsminister Alexander Dobrindt verdienen: Wenn der CSU-Mann schnell Geld für die Verbreiterung der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals gibt, fließt es tatsächlich doppelt, jedenfalls fast: Sobald das Projekt im Etat steht, ist die Chance groß, dass auch Brüssel zahlt – und zwar bis zu 40 Prozent der Kosten. Dobrindt sollte daher nicht lange fackeln. Könnte er so doch die Schlafmützigkeit seines Vorgängers Peter Ramsauer wettmachen, der sich EU-Millionen für den Kanal entgehen ließ, weil er so langsam plante, dass sogar seinem schleswig-holsteinischen Unionsfreund Reimer Böge die Hutschnur hochging. Und weil auch die schon komplett im Bundesetat abgesicherte fünfte Brunsbütteler Schleuse mit zusätzlichem Geld aus Brüssel rechnen kann, finanziert sich der Ausbau der Oststrecke fast von selbst: Das frei werdende Bundesgeld aus dem Schleusenbau könnte Dobrindt gleich in die Oststrecke stecken und so auch skeptischen süddeutschen Abgeordneten die Zustimmung zum Ausbau abringen. Schnell baut, wer doppelt baut – an der neuen Schleuse und an der Oststrecke gleichzeitig.

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