Schlichten macht großen Spaß

Christiane Frese (links) möchte nach zehnjähriger Schiedstätigkeit aufhören. Rathausmitarbeiterin Hanna Wegner sucht daher Kandidaten, um das erfolgreich laufende Schiedsamt Uetersen weiterführen zu können.
Christiane Frese (links) möchte nach zehnjähriger Schiedstätigkeit aufhören. Rathausmitarbeiterin Hanna Wegner sucht daher Kandidaten, um das erfolgreich laufende Schiedsamt Uetersen weiterführen zu können.

Zwei neue Schiedspersonen gesucht / Christiane Frese und Reiner Kersten hören nach zehn Jahren auf

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08. März 2019, 16:05 Uhr

Das Schiedsamt Uetersen ist im Amtsgerichtsbezirk Elmshorn beliebt. Das liegt an den fantastischen Erfolgsquoten. Gute Arbeit geleistet haben dabei die beiden Uetersener Schiedspersonen Christiane Frese und Rainer Kersten. Die möchten jetzt aufhören. Daher werden zwei Bürger gesucht, die Spaß haben, insbesondere Nachbarschaftsstreitigkeiten zu schlichten.

Bewerbungen nimmt Rathausmitarbeiterin Hanna Wegner bis zum 15. März entgegen. Sie ist per E-Mail unter wegner@stadt-uetersen.de oder per Post an das Rathaus erreichbar. Die Ratsversammlung am 25. März soll die beiden neuen Schiedspersonen dann wählen. Kandidaten müssen mindestens das 30. Lebensjahr vollendet haben, sollten über Menschenkenntnis verfügen, ihren Wohnort in Uetersen haben und über einen guten Leumund verfügen.

Viele Nachbarn leben friedlich zusammen. Es kommt zuweilen aber auch vor, dass selbige sich kräftig in die Haare bekommen. Und sei es nur der berühmte Zweig eines Baumes, der über die Grundstücksgrenze ragt. Oder das Mähen des Rasens ganz früh am Morgen.


Am Schiedsamt kommt niemand vorbei

Der klagefreudige Deutsche aktiviert dann umgehend seinen Rechtsanwalt und wähnt sich bereits als Sieger vor Gericht. Doch so einfach geht das nicht in Schleswig-Holstein. Erst einmal, erfährt der Klagetreiber schnell, müsse ein Schiedsverfahren durchlaufen werden. Und da kamen während der vergangenen zehn Jahre in Uetersen Frese und Kersten ins Spiel.

Vor ihnen wurde und wird bis zum Ende ihrer Amtszeit ausgebreitet, was die Zornesfalten erzeugt hat. Sturm im Wasserglas oder schon ein bisschen mehr Wind? Ganz egal, worum es geht beim vorgetragenen Streit: Schiedspersonen nehmen alles sehr ernst, verstehen sich als Mediatoren und gute Zuhörer. Und weil sich sowohl Frese als auch Kersten beständig fortgebildet haben, kennen sich beide hervorragend aus in der Gesprächsführung. Ihre Erfolgsquoten bis zu 100 Prozent im Jahr können sich sehen lassen und entlasten die Gerichte.

Auch die beiden neuen Schiedspersonen würden, sagt Frese, geschult, könnten sich sicher sein, von dem ihnen zugeordneten Amtsgericht gut betreut zu werden.

„Wir haben festgestellt, dass Nachbarn zuweilen bei uns zum ersten Mal miteinander über ihr Problem gesprochen haben“, sagt Frese. Manchmal sei daher nur eine einzige Sprechstunde notwendig, um vermeintliche Probleme aus der Welt zu schaffen.

Die Arbeitsbelastung sei überschaubar, dennoch sollten Kandidaten über einige freie Zeit verfügen, informiert Frese, denn zweimal im Monat tritt das Schiedsamt zusammen. Zwölf Fälle pro Jahr gebe es zirka zu behandeln. Und dann gebe es noch die sogenannten Tür- und Angelfälle.

Dabei handelt es sich um keine formellen Verfahren. Es kommen vielmehr Bürger ratsuchend zu den Schiedspersonen oder wenden sich telefonisch an diese. Nach der Beratung sehen sie in der Regel von der Durchführung eines Schlichtungsverfahrens ab.

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