zur Navigation springen
Meldungen

22. Oktober 2017 | 12:59 Uhr

Schleusen-Sanierung dauert länger

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neue Antriebskette für Schleusentor defekt / Auch in Kiel-Holtenau nur eine große Kammer in Betrieb

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2013 | 00:31 Uhr

Die Sanierung der Kanalschleusen in Brunsbüttel verzögert sich – an einem Tor ist die neue Antriebskette schadhaft. „Es müssen die 100 Gelenkbolzen ausgetauscht werden“, erklärt Thomas Fischer vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Brunsbüttel. Ursprünglich sollten die Arbeiten an der großen Südkammer Mitte August abgeschlossen sein, jetzt könnte es bis Mitte September dauern.

Für die Schifffahrt ändert sich dadurch aber nichts, betont der WSA-Sprecher. Denn nach der Freigabe der Südkammer muss ohnehin die große Nordkammer für eine Sanierung gesperrt werden. „Wir hoffen, dass Ende des Jahres alles komplett fertig ist“, erklärt Fischer. Betroffen von den Arbeiten an den Schleusenkammern sind große Frachter und Kreuzfahrtschiffe, kleine Schiffe können die beiden kleinen Kammern nutzen. Bis Ende des Jahres müssen die Kapitäne der großen Pötte deshalb immer mal wieder mit Wartezeiten rechnen. „Manchmal bis zu zehn Stunden.“ Ziel des WSA Brunsbüttel ist es, die beiden großen Schleusen so instand zu setzen, dass sie ohne große Ausfälle bis zur Inbetriebnahme der geplanten dritten Großschleuse durchhalten. Mit der Fertigstellung des 375 Millionen Euro teuren Bauvorhabens rechnen die Planer 2021, da die Bauzeit etwa sieben Jahre dauern wird. Fischer: „Die Auftragsvergabe soll im März nächsten Jahres erfolgen.“ Ist die neue Schleuse fertig, wird es an eine umfassende Grundsanierung der beiden Kammern gehen, die jetzt für 15 Millionen Euro überholt werden.

Aber nicht nur in Brunsbüttel, auch in Kiel-Holtenau ist eine große Schleusenkammer gesperrt. Es wird die große Bauwerksinspektion, die alle sechs Jahre vorgeschrieben ist, durchgeführt. Zugleich lässt das WSA Kiel-Holtenau die Schienen unter den Schiebetoren auswechseln, da die alten Schienen stark abgenutzt sind. Der Schifffahrt steht somit bis Ende November an der Schleusenanlage Kiel-Holtenau nur eine große und eine kleine Kammer zur Verfügung.

Die jetzigen Behinderungen an den Schleusen in Brunsbüttel und Kiel wirken sich aber, so betont Fischer, kaum negativ auf die Schiffspassagen aus. Fast alle Schiffe fahren trotzdem durch den Nord-Ostsee-Kanal, meiden den weiten Weg um Dänemark herum durch das Skagerrak. 2012 wurde sogar das zweitbeste Ergebnis nach dem Rekordjahr 2008 erzielt: 34 879 Schiffe transportierten 104 Millionen Tonnen Güter.

In diesem Jahr wird die Bilanz aber magerer ausfallen, da im März die großen Kammern in Brunsbüttel nicht mehr funktionierten und diesen Monat am Kanal gestreikt wurde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen