Schleswig-Holsteiner setzen auf die eigenen vier Wände

 Wohneigentum bleibt beliebt – egal, ob
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Wohneigentum bleibt beliebt – egal, ob

Im Norden nimmt der Kauf von Wohneigentum zu – bundesweit herrscht dagegen Stillstand

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09. August 2019, 13:03 Uhr

Köln/Schwäbisch Hall | Die Wohneigentumsquote ist in Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren gestiegen. Betrug der Anteil der Haushalte in einer eigenen Wohnung oder in einem eigenen Haus 2010 noch 49 Prozent, erhöhte sich dieser Wert bis 2017 auf 51 Prozent. Das zeigt eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln im Auftrag der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Bundesweit stagniert die Wohneigentumsquote dagegen seit Jahren bei etwa 45 Prozent. Lag die Zahl dieser Ersterwerber in den Jahren 1998 bis 2002 noch bei durchschnittlich rund 700 000 Haushalten jährlich, waren es in den Jahren 2013 bis 2017 nur rund 450 000 Haushalte. 2016 und 2017 sank der Wert sogar auf weniger als 400 000 pro Jahr, so die Studie. Dabei sank vor allem der Anteil der jungen Menschen in Deutschland, die in den eigenen vier Wänden leben. In der Gruppe der 25- bis 34- Jährigen waren es 2017 noch zwölf Prozent, in der Gruppe der 35- bis 44-Jährigen 38 Prozent. Das sind jeweils fünf Prozentpunkte weniger als im Jahr 2010. Zugleich stieg der Anteil in der Gruppe der 65- bis 74-Jährigen um zwei Prozentpunkte auf 58 Prozent.

Das Haushaltseinkommen derer, die aus einer Mietwohnung in eine eigene Immobilie umzogen, hat sich indes deutlich erhöht. Lag es 2010 bei durchschnittlich 3000 Euro netto, waren es 2017 schon knapp 4000 Euro. Die eigenen vier Wände leisteten sich also vor allem Gutverdiener, das legen die Zahlen zumindest nahe. „Faktisch finden junge Haushalte, die dann auch entsprechend mehr Zeit für die Rückzahlung ihrer Kredite hätten, kaum noch Zugang zum Wohneigentumsmarkt“, heißt es in der Studie. Ein wesentlicher Grund sei der gestiegene Kapitalbedarf zum Zeitpunkt des Kaufs.

„Die Wohneigentumsquote ist ein wichtiger Indikator für die Vermögensbildung“, sagt der Autor der Untersuchung, Michael Voigtländer. Europäische Vergleiche zeigten, dass in Ländern mit größerer Verbreitung von Immobilieneigentum die individuelle Vermögensbildung stärker ausgeprägt sei. Im europaweiten Vergleich liegt Deutschland bei der Eigentumsquote auf dem vorletzten Rang – nur in der Schweiz leben mehr Haushalte zur Miete. Besonders hoch ist der Anteil der Haushalte im eigenen Heim in Baden-Württemberg mit 54,4 Prozent, gefolgt von Niedersachsen mit 54 Prozent. In den ostdeutschen Bundesländern blieb die Wohneigentumsquote in allen Bundesländern unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt. Am niedrigsten ist die Quote Berlin mit 18 Prozent.

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