Schleswig-Holstein-Tag soll 2015 wiederkommen

SHHB-Vizepräsident Hermann-Josef Thoben (links) gratuliert  Jörn Biel.
SHHB-Vizepräsident Hermann-Josef Thoben (links) gratuliert Jörn Biel.

Kay Müller von
04. April 2014, 14:18 Uhr

Er wollte ein Signal geben – ohne das Wort zu gebrauchen: Neuanfang. In seiner Rede vor dem Landesausschuss des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes (SHHB) gestern in Rendsburg gab sich der neue Präsident Jörn Biel (Foto) zunächst betont defensiv. Denn nach den Querelen in dem Dachverband von rund 240 Vereinen mit über 50 000 Mitgliedern im Norden, die in dem Rücktritt seiner Vorgängerin Jutta Kürtz im August endeten, will Biel vor allem Vertrauen zurückgewinnen. „Ich möchte den SHHB noch besser kennen lernen“, sagte Biel, der es als sein Ziel bezeichnete, den Schleswig-Holstein-Tag, den der SHHB über Jahre organisiert hatte, 2015 wieder stattfinden zu lassen. „Ich habe große Hoffnung, dass wir das schaffen“, sagte Biel. Dazu sprach er sich erneut dafür aus, den SHHB für Migranten zu öffnen und eine Frau mit türkischen Wurzeln als Stellvertreterin zu wählen. „Das würde ein Zeichen setzen“, so Biel. Er sei in guten Gesprächen mit einer potenziellen Kandidatin.

Doch dass es damit nicht getan ist, weiß der Ex-Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Kiel nur zu genau. Er sagte unserer Zeitung: „Wir bekommen 80 000 Euro weniger an Förderung vom Land – so ist eine vernünftige Arbeit nicht möglich.“ Der SHHB hat sich deswegen einen Sparkurs verordnet, es gibt keinen hauptamtlichen Geschäftsführer mehr, die Mitarbeiter in der Geschäftsstelle müssen aus den Beiträgen der Mitglieder bezahlt werden. „Und das ist zu wenig für die tolle Arbeit, die sie dort leisten“, sagte Biel.

Deswegen hoffen mit ihm die Mitglieder des Landesausschusses auf mehr Unterstützung durch das Land. Dabei setzen sie auch auf den ehemaligen Wirtschaftsminister Biel, der seine Kontakte in Kiel nutzen will. „Ich habe bereits mit dem Ministerpräsidenten und dem Umweltminister gesprochen und habe bei ihnen eine große Offenheit gegenüber unseren Interessen erlebt“, sagte Biel, der im kommenden Monat auch noch mit Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) verhandeln will.

Die Mitglieder des Landesausschusses spendeten ihrem neuen Präsidenten denn auch warmen Applaus und wählten danach den Plattdeutschen Rat einstimmig neu. Ihm gehören erneut Marianne Ehlers, Heiko Gauert, Klaus Nielsky, Frauke Sander und Jochim Schop an. Neu gewählt wurden Heike Thode-Scheel und Truels Hansen.

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