Schlachthof droht mit Klage gegen Kreis

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12. Mai 2020, 17:16 Uhr

Itzehoe | Der Schlachthofbetreiber Vion will den Betrieb im Schlachthof Bad Bramstedt mit Hilfe von Mitarbeitern wieder hochfahren, die negativ auf das Coronavirus getestet wurden. Beim Kreis Steinburg sei ein Schreiben eines Anwalts eingegangen, in dem mit einer Klage gedroht werde, sollten diese Werkvertragsmitarbeiter nicht aus der Quarantäne entlassen werden, bestätigte Steinburgs parteiloser Landrat Torsten Wendt auf der Internetseite des Kreises (wir berichteten).

Vion habe über Tage hinweg versucht, mit den Gesundheitsbehörden des Kreises Steinburg ins Gespräch zu kommen, um nach Lösungen zu suchen, sagte Unternehmenssprecher Karl-Heinz Steinkühler gestern. „Als dies nicht gelungen ist, hat das Unternehmen schriftlich juristische Schritte wie eine Eilentscheidung zur Erlangung der Wiederaufnahme der Produktion angekündigt“, sagte er.

„Wir sind inzwischen mit Vion in Kontakt“, sagte Kreissprecherin Sonja Wilke. Abhängig von der Einschätzung des Gesundheitsamtes könnten eventuell Ende dieser oder Anfang nächster Woche die ersten Beschäftigten aus der Quarantäne entlassen werden und ihre Arbeit wieder aufnehmen, sagte sie.

In einer ehemaligen Kaserne in Kellinghusen im Kreis Steinburg sind 108 zumeist ausländische Beschäftigte eines Subunternehmers von Vion untergebracht. Der Kreis hatte sie vor rund einer Woche unter Quarantäne gestellt, nachdem dort 77 Bewohner positiv auf das neuartige Virus getestet worden waren.

Das vorzeitige Herauslösen der negativ getesteten Beschäftigten sei epidemiologisch gesehen sinnlos, sagte Wendt. Wegen der beengten Lebens- und Wohnverhältnisse in der Gemeinschaftsunterkunft könnten sich auch bislang nicht infizierte Personen jederzeit anstecken.

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