Saunafreunde in Uetersen protestieren

Wolfgang Schob, Erhard Häckel, Elfried Oehnhausen, Rudi Schubring und Hans-Dieter Pohl fordern, die Sauna bereits am 6. August wieder zu öffnen.
Wolfgang Schob, Erhard Häckel, Elfried Oehnhausen, Rudi Schubring und Hans-Dieter Pohl fordern, die Sauna bereits am 6. August wieder zu öffnen.

Viermonatige Schließzeit während des Sommers nicht hinnehmbar

shz.de von
28. Juli 2018, 16:05 Uhr

Am 6. August wird die Jürgen-Frenzel-Schwimmhalle wieder geöffnet − so lauten zumindest derzeit die Pläne nach renovierungs- und reinigungsbedingter Schließzeit. Die letzten beiden Ferienwochen können also im kühlen Nass verbracht werden. Doch nicht alle schätzen die erfrischende Kälte, Uetersener Saunagäste lieben es heiß und wollen nicht bis zum 1. Oktober warten. Erst dann nämlich soll die städtische Sauna im Gebäude der Schwimmhalle ihren Betrieb wieder aufnehmen. Elfried Oehnhausen hat Bürgermeisterin Andrea Hansen ein Protestschreiben überreicht, das von mehr als 30 Saunagästen unterzeichnet worden ist.

Die städtische Sauna ist kein enden wollendes Thema. 2016 wurde im Sozialausschuss der Stadt nach heftigem Hin und Her beschlossen, die Sauna pro Jahr für vier Monate zu schließen. Und zwar immer während der Sommermonate. Damals war man sich innerhalb der Fraktionen im Klaren darüber, dass die Sauna nur defizitär betrieben werden kann. So wie das Hallenbad auch. Doch den Saunagängern könne man es schon zumuten, auf ihr Hobby während der warmen Jahreszeit zu verzichten. Vielleicht auch erst einmal zwei Jahre zur Probe, merkte der Grüne Jens Ewald damals an. Zwei Jahre sind nun um, möglich, dass es im Herbst bereits eine Neubewertung geben wird.

Diese verlangen die Saunabesucher mindestens. Denn zwar sei die Sauna in die Jahre gekommen, doch nach wie vor besitze sie einen ganz besonderen Charme. Nichtsdestotrotz plädieren Oehnhausen und die weiteren Unterzeichner dafür, dass auch renoviert wird. Das Tauchbecken gebe es schon lange nicht mehr, jetzt sei der Sauna ein weiterer Raum genommen worden. Das sei nicht hinnehmbar.

„Man hatte damals sogar vorgehabt, die Sauna ganz zu schließen. Es ist den SPD-Politikern zu verdanken, dass diese Idee nicht umgesetzt worden ist“, erinnert Oehnhausen an die Sitzung im November 2016.


Defizit ist nicht belegt

Ein Argument der Verwaltung widerlege sich schon selbst. Es sei von einem permanenten Defizit gesprochen worden, konkrete Zahlen aber seien nie vorgelegt worden. Für die Sauna gebe es nach wie vor keine separate Abrechnung. Angenommen worden sei, dass zehn Prozent des gesamten Defizits der Schwimmhalle durch die Sauna verursacht werden, erinnert sich Oehnhausen.

Die Uetersener Saunanutzer, Oehnhausen beziffert deren Zahl auf mindestens 50, kommen da auf ganz andere Zahlen. Genaues könne man aber erst sagen, wenn es eine exakte Kostenanalyse gibt. Diese hat auch die Politik 2016 verlangt, jedoch damals nur die Auskunft erhalten, die Sauna verursache ein Defizit. Oehnhausen dazu: „Natürlich rechnet sich eine Schwimmhalle mit Sauna nicht, wie sicher auch in anderen Städten. Die Bürger der Stadt Uetersen und der Anlieger-Gemeinden können froh sein, eine Schwimmhalle mit Sauna zu haben, wo Kinder das Schwimmen erlernen, die Vereine ihrem Schwimmsport nachgehen und wir Bürger etwas für unsere Gesundheit und Entspannung tun können.“ Im übrigen seien sicherlich auch die Bücherei, das Museum und die Volkshochschule defizitäre kommunale Einrichtungen.

Auch die Saunagäste seien Steuerzahler und Wähler und hätten das Recht auf ein entsprechendes Angebot zur sinnvollen Erholung und Gesunderhaltung. Insofern fordern Uetersens Saunafreunde, die Sauna bereits am 6. August wieder zu öffnen. Mit einigen Politikern habe er, Ohnhausen, bereits gesprochen, Rückmeldungen von den Fraktionen SPD, CDU und FDP, die hoffen ließen, zumindest grundsätzlich wieder ins Thema einzusteigen, habe es bereits gegeben, sagt Oehnhausen.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen