Bundestagswahl 2021 : Robert Habeck will Direktmandat im Wahlkreis Flensburg-Schleswig

Pocht auf schärfere Regeln für die Schlachtbranche: Grünen-Chef Robert Habeck.
Grünen-Chef Robert Habeck.

Grünen-Vorsitzender Habeck tritt damit im kommenden Herbst vermutlich direkt gegen Petra Nicolaisen (CDU) an.

Kay Müller von
06. Juli 2020, 05:30 Uhr

Flensburg/Berlin | Er will es jetzt auch ganz direkt wissen. Der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, kandidiert im Wahlkreis Flensburg-Schleswig für die Bundestagswahl im kommenden Jahr. „Der Norden hier ist meine Heimat, privat und politisch. Hier hat alles begonnen“, sagt Habeck, der bereits vor zwei Wochen angekündigt hatte, auf der Landesliste Schleswig-Holstein zu kandidieren.

„Für mich ist es etwas sehr Besonderes, wenn ich als Direktkandidat für den Wahlkreis 1 ins Rennen gehen darf. Darum bewerbe ich mich und hoffe auf das Vertrauen meiner Partei“, so der 50-Jährige, dessen Kandidatur noch von den Kreisverbänden Schleswig und Flensburg beschlossen werden muss.

Robert Habeck gegen Petra Nicloaisen

Deren Vorsitzende jubeln schon jetzt. „Wir freuen uns riesig, dass Robert Ja gesagt hat. Wir in Flensburg und im Kreis Schleswig-Flensburg wissen, was wir an ihm haben. Einen leidenschaftlicheren Repräsentanten für unsere Interessen in Berlin können wir uns nicht vorstellen“, erklären die Kreisvorsitzenden Benita von Brackel-Schmidt, Marlene Langholz-Kaiser aus Flensburg und Uta Bergfeld aus dem Kreis Schleswig-Flensburg in einer gemeinsamen Stellungnahme, die shz.de vorliegt. Aus seiner Zeit als Landesminister wisse er, was die Menschen in der Region umtreibe. „Er ist vertraut mit den Bedürfnissen des ländlichen Raums, auch den Konflikten, und weiß, wie man sie angeht.“

Weiterlesen: Grüne in der Corona-Krise: Robert Habeck über Umfragewerte und Geisterspiele

Habeck tritt damit im kommenden Herbst vermutlich direkt gegen Petra Nicolaisen an, die den Wahlkreis vor drei Jahren mit 40 Prozent der Stimmen direkt für die CDU gewonnen hat. Der Kandidat der Grünen, Peter Wittenhorst, kam damals auf 10,5 Prozent der Stimmen. Habeck rechnet sich offenbar deutlich mehr aus. Es sei nach seiner Wahl zum Bundesvorsitzenden der Grünen im Januar 2018 eine bewusste Entscheidung gewesen, in Flensburg wohnen zu bleiben. Das sei die Region, die er Heimat nenne. „Und ich würde meiner Heimat gern ein bisschen was zurückgeben. Es wäre eine große Auszeichnung, dies in direkter Verantwortung für den Wahlkreis tun zu dürfen. Und dafür werde ich kämpfen.“

Freuen uns auf „einen fulminanten Wahlkampf“

Habeck kennt die Politik im Norden aus seinen ersten Jahren bei den Grünen, denen er seit 18 Jahren angehört. Von 2002 bis 2004 war er Kreisvorsitzender in Schleswig-Flensburg, von 2008 bis zu seiner Wahl in den Landtag ein Jahr später Fraktionsvorsitzender im Kreistag. Und die drei jetzigen Kreisvorsitzenden glauben an seinen Erfolg: „Robert kennt die Gegend, hat sich immer für die Region eingesetzt und sich für die kulturelle Vielfalt unseres Kreises engagiert. Der dänischen Minderheit ist er eng verbunden. Wir freuen uns auf einen fulminanten Wahlkampf.“

Den wird Habeck auch entweder Heiko Frost, Geschäftsführer beim Kinder- und Jugenddienst Adelby 1, oder dem Flensburger Felix Ferber liefern müssen. Beide haben angekündigt, sich für die SPD um ein Direktmandat bewerben zu wollen.

Auch für sie wird der Wahlkampf herausfordernd, hatten die Grünen doch bei der Europawahl 2019 in Flensburg 37,1 Prozent geholt und im Kreis  Schleswig-Flensburg 30,4 Prozent. Damit lagen sie sowohl in der Stadt als auch im Kreis vorn. Betrachtet man Stadt und Kreis zusammen waren es 32,4 Prozent – und natürlich ebenfalls Platz eins.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen