Riesen-Schub für die Bahn

Neg-Chef Ingo Dewald (l.) – hier mit Staatssekretär Thilo Rohlfs und Marc Hofmann von CFL (r.) – freut sich über den Bescheid.
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Neg-Chef Ingo Dewald (l.) – hier mit Staatssekretär Thilo Rohlfs und Marc Hofmann von CFL (r.) – freut sich über den Bescheid.

Land zahlt Löwenanteil der fast elf Millionen Euro teuren Modernisierung zwischen Niebüll und Tondern

Margret Kiosz von
17. September 2019, 16:11 Uhr

Niebüll/Kiel | Einen dicken Scheck konnte Neg-Chef Ingo Dewald gestern in Kiel entgegennehmen: Mit rund 9,3 Millionen Euro unterstützt die Landesregierung den Modernisierungsschub für das Streckennetz der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft Niebüll GmbH.

Das zur staatlichen Eisenbahngesellschaft in Luxemburg (CFL) gehörende mittelständische Eisenbahnunternehmen wird das Geld in den kommenden Jahren in die Sanierung seiner Gleise auf der Strecke zwischen Niebüll und Tønder in Dänemark investieren. Insgesamt kostet die Maßnahme 10,9 Millionen Euro – das Land finanziert also den Löwenanteil. „Das ist ein klares Signal dafür, dass wir der modernen Schieneninfrastruktur einen hohen Stellenwert beimessen“, erklärte Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs bei der Übergabe des Förderbescheids an den Neg-Geschäftsführer.

Die Fahrgäste werden von dieser Modernisierung massiv profitieren. „Die Fahrzeit zwischen Niebüll und Esbjerg wird sich um 20 Minuten verringern“, kündigte Rohlfs an.

Wie Dewald erläuterte, seien die Gleise auf der gesamten Länge von 13 Kilometern bis Tondern sanierungs- und ausbaubedürftig. Zudem solle die Leit- und Sicherungstechnik auf den Standard des European Train Control System (ETCS) angehoben werden und den grenzüberschreitenden Verkehr digitalisieren. „Damit können die Züge dann künftig bis zu 120 km/h statt bislang maximal 80 km/h fahren“, so Rohlfs. Damit leiste das Land einen weiteren wichtigen Beitrag zum Ausbau des Schienenverkehrs und damit zur klimafreundlichen Verkehrswende.

ETCS soll langfristig die über 20 verschiedenen Zugbeeinflussungssysteme in Europa ablösen. „Bislang sprechen die Signale an der Strecke deutsch und dänisch, künftig sprechen sie einheitlich europäisch“ , erläuterte Dewald.

Seit 2017 sind die Eisenbahnnetze in Luxemburg und seit 2018 das Schweizer Normalspurnetz praktisch vollständig mit ETCS ausgerüstet. In Belgien, Dänemark (Folketing-Beschluss von 2010), und den Niederlanden wurde die flächenhafte Ausrüstung des Bestandsnetzes mit ETCS beschlossen. In Deutschland wurden bisher mehrere Strecken damit ausgerüstet.

Die Umsetzung des Projekts ist in zwei Stufen bis 2021 geplant: Dabei soll zunächst die Trassierung für die Geschwindigkeitserhöhung geändert werden. Die Vorab-Planungsunterlagen brachte Dewald gestern gleich mit. Danach soll die neue Leit- und Sicherungstechnik installiert werden. Rohlfs: „Ohne das ETCS könnten in Zukunft keine durchgängigen Fahrten mehr zwischen Niebüll und Esbjerg angeboten werden, weil die Züge aus Esbjerg nicht mehr in den Bahnhof Niebüll einfahren dürfen.“ Zudem biete es mehr Sicherheit gegenüber dem derzeitigen Betriebsverfahren, weil es durch automatisches Bremsen verhindert, dass Signale überfahren werden.

Neben der Strecke Niebüll-Tønder gehört der Neg auch die Strecke Niebüll-Dagebüll-Mole mit Fähranschluss zu den Inseln Föhr und Amrum. Das knapp 80 Mitarbeiter starke Eisenbahnunternehmen befördert mehr als 420.000 Personen pro Jahr.

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