Dellings Arena : Reus und Co. machen Hoffnung auf Spannung im Titelkampf

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Der TV-Moderator Gerhard Delling beleuchtet für unsere Zeitung das aktuelle Sportgeschehen.

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06. Oktober 2018, 17:59 Uhr

Der deutsche Fußball hatte es schwer, nach der verpatzten WM ins Rollen zu kommen. Aber jetzt hat er Fahrt aufgenommen. Ob in der Europa League, wo vor allen Dingen Eintracht Frankfurt mit dem 4:1-Erfolg gegen Lazio Rom ein Ausrufezeichen setzte, oder in der Königsklasse, in der sogar Königsblau ´mal wieder gewinnen konnte (Schalke siegte 1:0 in Moskau) und Dortmund den AS Monaco mit 3:0 rasierte: Die Bundesligisten erarbeiten sich gerade ein neues Selbstwertgefühl. Bis auf die Bayern, die erstmals seit fünf Jahren wieder Gegenwind spüren – und damit ein echtes Problem haben und nun sogar schon heute gegen Mönchengladbach ein sehr entscheidendes Spiel bestreiten. So neu das für den Rekordmeister auch ist, für die Bundesliga könnte das die Wende zum Besseren sein. Insbesondere auch, weil Borussia Dortmund nach der letzten Meisterschaft 2012 endlich wieder Titelfantasien aufkommen lässt. Manch’ einer warnt, dass auch letzte Saison alles nach einem neuen Höhenflug des BVB aussah, als die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt sogar noch zwei Punkte mehr auf dem Konto hatte (16) und mit 19:1 Toren eine unglaubliche Trefferbilanz aufwies. Dann kam – wie auch heute – das Spiel gegen den FC Augsburg. Es wurde zwar knapp gewonnen, aber die Leistung stimmte erstmals nicht: Das war der Startschuss zu einem frustrierenden Kampf, der keinem Vergleich standhielt: Aus fünf Punkten Vorsprung auf Bayern München wurden bis zum Saisonende 29 Zähler Rückstand!

Das sollte eine Warnung sein – mehr aber auch nicht. Zwar haben die Dortmunder bisher nicht nur herausragende Spiele abgeliefert. Aber Trainer Lucien Favre ist es gelungen, dass auch, wenn es einmal nicht so rund läuft, alle einigermaßen stabil dem ausgerufenen Plan folgen. Das hat sicher auch damit zu tun, dass er auf junge Talente setzt, die ja gar keine andere Wahl haben, als erst einmal genau das umzusetzen, was der erfahrene Trainer vorgibt. Der Schlüssel aber liegt wohl noch viel mehr bei den alteingesessenen Spielern wie Schmelzer, Piszczek und vor allem Marco Reus. Ihre Erfahrung wirkt wie ein Stützkorsett für die Neuen, die allesamt ihre Chancen ergriffen haben, um auf sich aufmerksam zu machen. Ob der erst 18-jährige Jadon Sancho, der als bisher dauerhafter Einwechselspieler in 124 Bundesligaminuten gleich ´mal sechs Tore vorbereitet hat, oder die Barcelona-Leihgabe Paco Alcacer (25), dem in insgesamt 50 Spielminuten schon drei Treffer gelangen – sie profitieren von einem Kapitän, der auffällig vorangeht – weil er es kann. Marco Reus ist erstmals seit 2015 absolut ohne Beschwerden in die Saison gestartet. Das erinnert an die Zeit in Mönchengladbach, als der Stern des heute 29-Jährigen so richtig aufging. Sein Trainer damals: Lucien Favre! Sehr entscheidend für die Nachhaltigkeit des Dortmunder Aufschwungs wird vor allem seine Verfassung über die Gesamtheit einer langen Saison sein – mit Pokal, Champions League und hoffentlich einem endlich ´mal wieder spannenden Meisterschaftskampf.

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