Renaissance der Kinderbanden

„Ich mag mich wie ich bin“, sangen die Mitglieder von Lunas Bande in ihrem Versteck im Berliner Naturkundemuseum.
„Ich mag mich wie ich bin“, sangen die Mitglieder von Lunas Bande in ihrem Versteck im Berliner Naturkundemuseum.

Theater-AG der Friedrich-Ebert-Schule begeisterte mit „Luna, Königin der Diebe“

shz.de von
09. Juli 2018, 16:05 Uhr

Mit „Luna, Königin der Diebe“ brachten Dritt- und Viertklässler der Friedrich-Ebert-Schule ein Stück über eine Kinder-Diebesbande auf die Bühne. Eilika Plath, Leiterin der Theater-AG, hatte den Kindern die Rollen auf den Leib geschrieben und das Stück in Anlehnung an Cornelia Funkes „Herr der Diebe“ gestaltet.

„Als ich die Gruppe kennengelernt habe, wusste ich: Die müssen ein Bandenstück spielen!“, erzählte AG-Leiterin Plath den zahlreichen Zuschauer in der Aula der Grundschule. Einige der 18 Schüler nehmen das Schauspiel-Angebot des offenen Ganztags schon länger wahr. „Sie haben sich zu einer richtigen Theaterbande entwickelt“, so Plath.

Die Bedeutung von Kinderbanden unterstrich die Erzieherin mittels eines Textes im Programmheft. Hier zitierte sie einen Beitrag des Deutschlandfunks. Die Kinderbande feiere in den aktuellen Kinderbüchern ihre Rückkehr, da viele Kinder sie nur noch zwischen zwei Buchdeckeln erlebten, heißt es da. Und: „Für viele Mädchen und Jungen heutzutage ist die Zeit der unbeaufsichtigten Kindheit längst vorbei. Ihr Leben ist durch den stressigen Schulalltag und diverse Freizeitaktivitäten Tag für Tag durchgetaktet. Wenn sich Kinder heute verabreden, dann spielen sie meistens zu zweit.“

Mit dem Stück rund um die Meisterdiebin Luna erlebten die Schüler spielerisch ein Abenteuer. „Man darf in Kinderbanden Dinge tun, die man sonst nicht darf“, meint Plath. Seit Februar hatten die Schüler geübt. „Die Proben waren richtig lustig“, findet Anastasia. Auch Nelly findet: „Das hat richtig Spaß gemacht!“

Lunas Bande haust im Naturkundemuseum Berlin. Zu ihnen stoßen die Brüder Markus und Mo. Die beiden wollen in der Hauptstadt ihre Oma finden, denn ihre Mutter ist verstorben und Tante Edith will den Älteren in ein Kinderheim bringen. Detektiv Robert Retro ist ihnen auf den Fersen, noch unsicher, ob er der Tante wirklich helfen soll.


Jeder einzelne Darsteller ist wichtig für das Stück

Die Rollen hat Plath so ausgestaltet, dass sich die Schüler gleichermaßen präsentieren konnten. „Kleine Rollen gibt es nicht, jeder ist wichtig“, betont die AG-Leiterin. Auch die Regieassistenz, die Techniker, der Beleuchter sowie die Gestalter des Bühnenbilds waren Schüler. In der Regie wurde Plath von der 13-jährigen ehemaligen AG-Teilnehmerin Corinna Eberley unterstützt.

Insgesamt drei Aufführungen gab es, vor der Schülerschaft und vor Eltern und Freunden, bei riesigem Anklang und Beifall.

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