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14. Dezember 2017 | 03:57 Uhr

Rätselraten nach Messerstecherei

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Hintergrund der Tat unklar: Mutmaßlicher Messerstecher handelte möglicherweise in Notwehr

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2014 | 12:37 Uhr

„Guck mal, was der mit mir gemacht hat.“ Fassungslos wird ein Mann von Sanitätern zu einem Rettungswagen gebracht – Blut strömt über sein Gesicht. Er ist einer von fünf männlichen Opfern, die gestern am frühen Morgen von einem 40 Jahre alten Mann mit einem Messer attackiert und zum Teil lebensgefährlich verletzt wurden. „Möglicherweise handelte der Mann in Notwehr“, erklärte der Lübecker Oberstaatsanwalt Günter Möller.

Der Tatort war bei der Kneipe „Day & Night“ in der Unteren Engelsgrube am Rande der Lübecker Altstadt. Gegen 7.30 Uhr kommt es vor der Gaststätte – möglicherweise aber auch im Gastraum – zu einem Streit zwischen dem 40-Jährigen und einer größeren Menschengruppe. Dabei soll der mutmaßliche Täter mit einem langen Messer auf fünf Männer eingestochen haben. Danach rannte er in Richtung Innenstadt. Über Notruf waren inzwischen Polizei und Rettungskräfte alarmiert. Passanten verfolgten den Messerstecher, so dass Polizisten ihn wenig später in der Straße Koberg festnehmen konnten.

Als Notärzte und Sanitäter am Tatort eintrafen, bot sich ihnen ein Bild der Grauens: Die Verletzten lagen zum Teil auf dem Bürgersteig, einen entdeckten die Helfer in der nahen Straße An der Untertrave. Einer der Männer, den der mutmaßliche Täter angegriffen hatte, erlitt schwerste Kopfverletzungen, war nicht ansprechbar, als der Notarzt eintraf. „Der Täter hat mit einem Messer im Bereich des Kopfes zugestochen“, berichtet Polizeisprecher Stefan Muhtz noch am Tatort. Ein zweites Opfer wurde mit mehreren Stichverletzungen im Oberkörper in ein Krankenhaus gebracht. Bei beiden Männern bestand Lebensgefahr, einer musste sogar reanimiert werden. Drei weitere Opfer erlitten leichte Verletzungen.

Bei den Opfern sowie dem Täter soll es sich laut Augenzeugen um Südländer handeln. Ob Täter und Opfer sich kannten, ist noch unklar. Auch über die Hintergründe der Auseinandersetzung kann die Lübecker Mordkommission bislang keine Angaben machen.

Ein Anwohner berichtet, dass vor der Kneipe schon morgens um sechs Uhr herumgeschrien wurde. Immer wieder werde in diesem Bereich randaliert, müssten Anlieger sich Pöbeleien anhören.

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