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Psychotherapeuten: Neues System gefährdet Patienten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2013 | 00:35 Uhr

Im April wurde das Abrechnungssystem für die Psychotherapeuten reformiert – mit schlimmen Folgen für Patienten und Behandler. Wer heute in eine akute seelische Krise gerät, bekommt nicht mehr so schnell und unkompliziert Hilfe wie früher. Die drei mit rund 60 Euro vergüteten Gesprächsstunden, die bislang ohne einen Kostenübernahme-Antrag bei den Kassen durchgeführt werden konnten, sind jetzt gestrichen. Statt der drei Stunden pro Patienten haben die Psychotherapeuten jetzt nur noch ein Minuten-Kontingent für alle Patienten zur Verfügung. Krisenintervention und Prävention – zum Beispiel mit Autogenem Training – rechnen sich seitdem betriebswirtschaftlich nicht mehr, beklagt die Präsidentin der Psychotherapeutenkammer, Juliane Dürkop. Teilweise müssten ihre Kollegen dann für fünf Euro die Stunde arbeiten. Dass die Kassen pro Patienten auf Antrag bis zu 80 Therapiestunden (zu je 81 Euro) bewilligen können, helfe bei akuten Krisen nicht weiter.

Dürkop fordert deshalb einen Kurswechsel und mehr Geld aus dem Topf der Kassenärztlichen Vereinigung. Die Zahl teurerer stationärer Behandlungen drohe sonst zuzunehmen.

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