Projekt: Keine Chance der Gewalt

Schüler der Beruflichen Schule Elmshorn mit Leiter Erik Sachse (im Anzug) und Präventionsbeauftragten und Projektpartnern vom Weißen Ring, Polizei und Frauenhaus.
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Schüler der Beruflichen Schule Elmshorn mit Leiter Erik Sachse (im Anzug) und Präventionsbeauftragten und Projektpartnern vom Weißen Ring, Polizei und Frauenhaus.

Woche der Zivilcourage an der Beruflichen Schule Elmshorn / Schüler erarbeiten Ansätze für ein konfliktfreies Miteinander

shz.de von
07. September 2018, 16:00 Uhr

„Schule ist ein Lebensraum, der so gestaltet werden soll, dass im Falle einer Notsituation oder Gefahr alle Schüler wissen, was sie dagegen machen können und so füreinander, aber mit Bedacht da sind und niemand wegschaut“, erläutert Ute Dobslaw, Lehrerin und Präventionsbeauftragte, die in der Beruflichen Schule Elmshorn arbeitet. Zusammen mit Präventionskräften und aktiver Unterstützung durch Schulleiter Erik Sachse, haben die Schüler in dieser Woche das Projekt Zivilcourage durchgeführt.

Die Schüler haben meist im Fach Wirtschaft und Politik realistische Situationen analysiert, im Hinblick auf das Thema Zivilcourage das Gefährdungspotenzial bewertet und verschiedene deeskalierende Handlungsansätze erarbeitet. „Dass Zivilcourage in unserer Gesellschaft nicht immer eine Selbstverständlichkeit ist, wird auch oft durch extreme Vorkommnisse deutlich, bei denen Helfer schwer oder sogar tödlich verletzt werden“, stellt Schulleiter Sachse klar.

Aus diesem Grund hat die ausgewiesene Präventionsschule mit der „Woche der   Zivilcourage“, die heute endet, den Trend zu Aggression und Ausgrenzung aufgezeigt und mit eingeladenen Organisationen wie Polizei, Weißer Ring, Frauenhilfe, Awo und Kreisjugendring erfahren, wie man Zivilcourage an den Tag legt, ohne sich selbst in konkrete Gefahr zu bringen.

Für das einwöchige Projekt haben die Schüler anhand von fiktiven Geschichten Handlungsperspektiven erarbeitet, die sich durch intelligente Maßnahmen auszeichen. „Bei Zivilcourage denken sicher die meisten an bedrohliche Situationen wie Schlägereien oder Belästigungen. Das liegt sicher daran, dass solche Fälle besonders spektakulär in den Medien präsentiert werden und oft genug auch besonders entsetzlich sind“, sagt Katja Dibbern, die als Schulsozialarbeiterin an der Europaschule aktiv ist. Besonders häufig komme es vor, dass Mut fehle, selber aktiv zu werden. Viele seien nicht mal in der Lage, Hilfe herbeizurufen, um dem Opfer beizustehen und auf diese Weise Schlimmeres zu verhindern.

Oft reiche es schon, Mitstreiter für die gute Sache zu finden und gemeinsam entschieden aufzutreten. „Dabei sollte aber niemand den Helden spielen, sondern erst einmal auf die innere Stimme hören, die einem sagt: was  da passiert, ist nicht in Ordnung und ich sollte etwas tun´. Man sollte durch direkte Ansprache der Umherstehenden deren Aufmerksamkeit gewinnen und sie aus ihrer passiven Haltung herauszuholen und die Polizei beziehungsweise die Rettungskräfte verständigen. Dabei geht es in erster Linie um  Opferschutz und an zweiter Stelle um rechtliche Strafverfolgung von Tätern“, erleuter Melber y Baric, stellvertretender Revierleiter der Elmshorner Polizei. Zusammen mit zwei Kollegen war der Polizist an der Beruflichen Schule als Gesprächspartner und Berater zu Gast bei der Projektwoche Zivilcourage.

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