Prien schafft Datenbank für Streitereien unter Schülern

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26. März 2018, 16:12 Uhr

Er warnt vor „amerikanischen Zuständen an deutschen Schulen“. Per Zeitungsinterview kritisiert der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, dass verbale Attacken und Übergriffe an deutschen Schulen an der Tagesordnung seien. Immer mehr sozial-religiöse Konflikte würden vor allem in Schulen mit hohem Migrationsanteil in Großstädten ausgetragen.

Das ruft Bildungsministerin Karin Prien (CDU) auf den Plan, die jede Form von religiös motiviertem Mobbing an Schulen scharf verurteilt. „Für diese Fälle darf es keine Toleranz geben, und wir müssen die Opfer besser schützen. Wir müssen aber zugleich aufpassen, dass die Diskussion nicht dazu genutzt wird, Ressentiments gegen Muslime zu schüren.“ In Schleswig-Holstein habe es bislang nur Einzelfälle solcher Gewalttaten gegeben. Dennoch will Prien mehr Informationen über solche Delikte – egal ob antisemitisch, islamistisch oder rechtsextremistisch motiviert. In jedem Einzelfall komme es auf die Hintergründe von Streitereien im schulischen Umfeld und auf die Fakteneinordnung an – zur Beurteilung brauche es klare Normen. Prien kündigte eine neue Datenbank des Ministeriums an, auf deren Grundlage es besser gelingen soll, die Hintergründe zu erfassen. Dabei gehe es vor allem um Taten, die nicht von der Polizei, sondern von den Lehrern aufgearbeitet werden müssen. Die Datenbank soll ab dem Schuljahr 2018/2019 einsatzbereit sein. Dazu werde im Ministerium der Bereich Extremismus-Prävention und Intervention ab April durch eine eigene Stabsstelle verstärkt, die Schulleitungen und -aufsichten als Ansprechpartner zur Verfügung stehe.

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