Positive Signale für stillgelegten Schlachthof

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24. März 2014, 13:32 Uhr

Der stillgelegte Vion-Schlachthof in Bad Bramstedt kann wohl bald wieder seinen Betrieb aufnehmen. So jedenfalls sind Äußerungen von Schleswig-Holsteins Bauernverbandspräsident Werner Schwarz zu verstehen. Auf dem gestrigen VR-Landwirtschaftstag sprach er von der Hoffnung, den Schlachthof „kurzfristig wieder in Gang zu kriegen“. Ähnliche Signale sind aus dem Umfeld von Agrarminister Robert Habeck (Grüne) zu hören. Als möglicher Termin wird unter der Hand von der kommenden Woche gesprochen. Ausschlaggebend für diese Entscheidung ist wohl, dass der Fleischkonzern Vion etwa 1,5 Millionen in die Hand genommen hat und den Betrieb modernisiert. Auch wurde eine Garantie abgegeben, alle Tierschutz-Vorschriften einzuhalten.

Grundsätzlich ist Minister Habeck der Ansicht, dass Schleswig-Holstein mehr Schlachtkapazitäten braucht, in den vergangenen Jahren sei dies dies gegenläufig gewesen. Auch Schwarz sieht dies so und unterstreicht, wie wichtig es für die Landwirte sei, dass der Rinderschlachthof in Bad Bramstedt seine Arbeit wieder aufnehmen kann.

Die Frage, ob Deutschland es mit den Vorschriften vielleicht zu genau nehme und ein Schlachthof wie in Bramstedt vielleicht in Bulgarien ein Vorzeigebetrieb wäre, beantwortete Dr. Martin Scheel von der Europäischen Kommission mit einem klaren Nein. „Wir haben einen gemeinsamen Rahmen und gemeinsame Regeln, die überall sichergestellt werden.“ Einige Fälle hätten gezeigt, dass es europaweit gut funktioniert hat, mit den Schwachstellen umzugehen.

Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, meint, dass die Tierhaltung und -verarbeitung bei den Verbrauchern grundsätzlich in der Defensive stehe. Es wurden in den vergangenen 15 bis 20 Jahren zwar nachweisbar Fortschritte gemacht – „aber die mediale Welt ist dem nicht gefolgt.“

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