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Plattdeutsch wird zum Unterrichtsfach an 27 Grundschulen in Schleswig-Holstein

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schon nach den Sommerferien geht es los: An 27 ausgewählten Grundschulen in Schleswig-Holstein wird dann zweimal in der Woche Plattdeutsch auf dem Lehrplan stehen. Das Bildungsministerium will kommenden Woche mitteilen, um welche Schulen es sich handelt. Nach Hamburg ist Schleswig-Holstein damit das zweite Bundesland, in dem Platt unterrichtet wird. 44 Schulen hatten sich im Norden beworben. „Wir sind erfreut über die große Nachfrage und froh, dass wir jetzt ein verbindliches Angebot für den Spracherwerb von Plattdeutsch an den Schulen haben“, sagte gestern die Sprecherin des Plattdeutschen Rates in Schleswig-Holstein, Marianne Ehlers, am Rande der konstituierenden Sitzung in Molfsee bei Kiel. Sie zeigte sich erleichtert, dass fast in allen Kreisen des Landes Schulen zum Zuge gekommen seien und versprach, auch die anderen Bewerber weiter zu unterstützen.

„In den Schulen, in denen es Unterricht geben wird, wird es nicht nur ums Lesen, Singen und Sketche spielen gehen“, sagte Heiko Gauert, der Schleswig-Holstein im Bundesrat für Niederdeutsch vertritt. Es gehe viel mehr darum, die Kinder in der Sprachkompetenz zu fördern. Ziel sei es, dass sie nach Ende der Grundschulzeit platt sprechen könnten und schreiben lernten. Die Lehrer, die Platt unterrichten, gibt es bereits an den Schulen, die alle ein Konzept eingereicht haben und nach einem vom Bildungsministerium abgesegneten Leitfaden den Unterricht gestalten. Dabei soll auf eine einheitliche Sprache geachtet, regionale Unterschiede aber durchaus akzeptiert werden.

Von einer Überforderung der Schüler will Ehlers nichts wissen. „Es ist nie so leicht, Sprachen zu lernen, wie im Alter zwischen drei und acht Jahren“, sagt die Referentin für Niederdeutsch beim Schleswig-Holsteinischen Heimatbund. Ziel sei es, noch mehr Schulen für das Plattdeutsche zu begeistern, um das Plattdeutsche lebendig zu halten. Heiko Gauert hofft gar auf eine Weiterführung des Platt-Unterrichts auch in den höheren Schulen. Damit setze das Land das um, was schon seit Langem von der EU beschlossen ist: dass Kinder zwei Fremd- und eine Regionalsprache erlernen. Oder, wie der zweite Sprecher des Plattdeutschen Rates, Klaus Nielsky, gern sagt: „Einsprachigkeit ist heilbar.“

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erstellt am 08.Mai.2014 | 12:39 Uhr

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