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Pinnebergs mysteriöser Knall – Polizei vermutet illegale Sprengkörper

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Pinneberg hat einen Knall. Seit Mitte September berichtet unsere Zeitung über das ominöse Geräusch, das Menschen nachts aus dem Schlaf schreckt. Was manch einer für ein Hirngespinst gehalten hat, beschäftigt jetzt das Landeskriminalamt (LKA).

Der Hintergrund ist ernster, als zunächst vermutet: Im Stadtgebiet wurden Reste selbstgebauter Sprengkörper gefunden. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich dabei nicht um übliche Silvesterböller. Vielmehr sollen Rückstände von Rohrbomben gefunden worden sein. „An drei Fundorten konnten scharfkantige Metallsplitter sichergestellt werden“, so das LKA in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung. Der Fund lasse darauf schließen, dass im Stadtgebiet illegale – und lebensgefährliche – Pyrotechnik zum Einsatz komme. Die kriminaltechnische Untersuchung dauere derzeit noch an.

Den stellvertretenden Pinneberger Bürgermeister Herbert Hoffmann (SPD) versetzen die Erkenntnisse des LKA in Alarmstimmung. „Wir pflegen einen engen Draht zur Polizei“, sagt er. „Wir können froh und dankbar sein, dass bislang kein Mensch zu Schaden gekommen ist.“

Sowohl im Rathaus als auch bei der Pinneberger Polizei waren in den vergangenen Wochen etliche Anrufe besorgter Menschen eingegangen, die von dem ohrenbetäubenden Geräusch, das zumeist am Wochenende in den Nacht- und frühen Morgenstunden auftritt, berichteten. Im Internet wird wild über die Detonationen spekuliert.

Die Sprengstoffermittler des LKA sind den Verursachern gemeinsam mit der Polizei in Pinneberg auf den Fersen. Dabei sind sie auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Seit gestern wird mit öffentlichen Aushängen nach möglichen Zeugen gesucht. Das LKA hofft auf Pinneberger, die jemanden beobachtet haben, der sich kurz vor oder nach einem Knall im Umfeld der Explosion aufgehalten hat. Auch wer Menschen kenne, die mit Sprengkörpern experimentierten, möge sich melden. Zeugen sollten sich sich unter Telefon 0431-160 611 11 mit dem LKA in Verbindung setzen. Auch die Polizei in Pinneberg nimmt unter 04101-2020 oder über den Polizeiruf 110 Hinweise entgegen.

Das LKA warnt ausdrücklich vor den Tücken in Heimarbeit hergestellter Sprengkörper. Die Gefahr, die für den Täter selbst oder für unbeteiligte Dritte entstehe, dürfe keinesfalls unterschätzt werden. Die Sprengwirkung derartiger Böller sei mit der einer Handgranate vergleichbar. Herumfliegende Metallsplitter könnten schwerste lebensgefährliche und auch tödliche Verletzungen hervorrufen. Verursacher würden strafrechtlich verfolgt – und müssten mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr rechnen.

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erstellt am 16.Okt.2013 | 00:31 Uhr

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