Pflegekräfte von Corona besonders betroffen

Margret Kiosz von
09. Juli 2020, 11:09 Uhr

Kiel | Beschäftigte in Gesundheitsberufen haben sich in Schleswig-Holstein bis Ende Mai am häufigsten im Zusammenhang mit Covid-19 krankschreiben lassen. Das zeigt eine Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten der AOK. Besonders häufig meldeten sich Kräfte in der Altenpflege und Medizinische Fachangestellte– ehemals Arzthelferinnen – krank.

Insgesamt erhielten von März bis Mai 680 Beschäftigte eine Arbeitsunfähigkeit (AU) im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose. Das entspricht 0,3 Prozent der bei der AOk-Versicherten Erwerbstätigen. Dabei fehlten Frauen häufiger als Männer und Jüngere häufiger als Ältere. Im Berufsvergleich hatten Kraftfahrer mit einer Arbeitsunfähigkeits-Quote von 0,15 Prozent die niedrigste Rate.

Die höchste AU-Quote lag im Kreis Plön (0,37 Prozent) gefolgt von den Kreisen Pinneberg (0,34 Prozent) und Herzogtum Lauenburg (0,32 Prozent). Hingegen waren die Corona-bedingten AU-Quoten im Kreis Nordfriesland (0,15 Prozent), in Kiel (0,17 Prozent) und Neumünster (0,19 Prozent) im landesweiten Vergleich am geringsten.

Die AU-Fälle wegen Erkrankungen der oberen Atemwege lagen im März um rund 25 Prozent höher als im Februar. Dabei nutzten viele die Sonderregelung der telefonischen Krankschreibung. Viele Schleswig-Holsteiner hielten sich offenbar an die Empfehlung, bei Erkältungssymptomen sicherheitshalber zu Hause zu bleiben, um Ansteckungen zu vermeiden und nicht wegen der bloßen Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit extra in die Praxis zu kommen.

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