Pendler äußern deutliche Kritik

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Sind die Informationen über Zugausfälle und Verspätungen am Tornescher Bahnhof richtig und ausreichend? Nein, sagen zahlreiche Bahnreisende. Die Bürgerinitiative „Starke Schiene“ hat jüngst zirka 100  Pendler befragt. Dabei kamen weitere Kritikpunkte ans Licht.

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07. Juli 2018, 16:05 Uhr

Zugausfälle, schlechte oder gar keine Informationen sowie überfüllte Bahnen − das sind die Hauptkritikpunkte, die Pendler in Tornesch in Gesprächen mit Mitgliedern der Bürgerinitiative „Starke Schiene im Kreis Pinneberg“ geäußert haben. Die BI-Mitglieder haben jüngst rund 100 Personen befragt und die Ergebnisse nun zusammengetragen. Deutlich wurde dabei zudem, dass Parkplätze rund um den Bahnhof mehr und mehr zur Mangelware werden, auch weil auswärtige Pendler diese nutzen. Doch die Umfrage brachte nicht nur Negatives zu Tage.

Lob gab es von den Bahnfahrern für den Zustand der Züge. Sie seien leise, sauber und komfortabel. „Und auch die Klimaanlage funktioniert“, beschreibt BI-Mitglied Susanne Dohrn die Reaktionen. Doch was Dohrn und ihre Mitstreiter ansonsten während der Gespräche auf den Tornescher Bahnsteigen erfahren haben, war wenig erfreulich.

Thema Pünktlichkeit: „Das geht“, sagt Dohrn, „wenn man fünf bis zehn Minuten Verspätung nicht einrechnet“. Zwischen 6 und 7 Uhr gebe es zudem häufig keine Sitzplätze mehr. Was die Befragten aber besonders geärgert habe, seien Zugausfälle und die mangelhaften Informationen darüber. Dohrn: „Niemand weiß, wieviel später ein Zug kommt, wenn der vorhergehende bereits Verspätung hat.“ Zudem werde in der Regel lediglich scheibchenweise informiert − egal ob an den Anzeigen am Bahnhof oder in den verschiedenen Apps. Das führe dazu, dass viele Pendler, auch diejenigen die weitere Strecken zum Beispiel nach Berlin zurücklegen müssen, zur Sicherheit 30 bis 90 Minuten früher als eigentlich notwendig losfahren würden, beschreibt Dohrn die Umfrageergebnisse.

Weiterhin aktuell ist auch das Thema der überfüllten Züge. Die Erfahrung zeige, dass viele Pendler in Elmshorn aussteigen würden, um dann mit der Regionalbahn weiter nach Pinneberg zur S-Bahn fahren zu können, erläutert BI-Mitglied Erhard Wasmann. Entsprechend voll sind die Züge, wenn sie in Tornesch einfahren. Abhilfe könnte laut BI ein zusätzlicher Halt der Regionalexpress-Züge in der Kreisstadt schaffen. „Es wäre gut, wenn Pinneberg mehr Dampf machen würde“, fordert Wasmann. Und auch von Verwaltung und Politik in Elmshorn wünscht er sich mehr Einsatz für RE-Halte in Pinneberg.

Doch auch in der Gegenrichtung, also von Hamburg in Richtung Tornesch, gebe es Probleme, berichten die BI-Mitglieder. Pendler hätten davon berichtet, dass nachmittags ein Zustieg in Hamburg-Dammtor kaum möglich sei, da die Züge bereits ab Hauptbahnhof voll besetzt seien. „Einige arbeiten lieber länger und nehmen einen späteren Zug oder starten gleich von Altona“, sagt Dohrn.

Bahnfahrer, die das Park-and-Ride-Angebot am Tornescher Bahnhof nutzen möchten, stehen immer häufiger vor einer weiteren Herausforderung: Sie finden keinen Stellplatz für ihr Auto. Ein Grund ist laut der Bürgerinitiative, dass immer mehr Auswärtige die Parkflächen am Tornescher Bahnhof nutzen. Das ist allerdings kein exklusives Tornescher Problem. Auch in Elmshorn gibt es ähnliche Beobachtungen. Wasmann fordert deswegen ein „vernünftiges Parkflächenmanagement“, das die gesamte Region berücksichtigt. Auch eine Aufstockung der Parkpalette am Tornescher Bahnhof bringt Wasmann ins Spiel. Die Finanzierung müsse jedoch von mehreren Schultern gestemmt werden und dürfe nicht ausschließlich bei der Stadt Tornesch liegen, betont Wasmann.

In den anstehenden Sommerferien dürfte sich die Situation in den Zügen leicht entspannen. Doch nach der Ferienzeit wird es für viele Pendler erneut unangenehm, wenn − so beschreibt es Dohrn − das „Sardinen schieben“ in den Bahnen weitergeht.

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