Nur ein kleines Fläschchen mehr – Typisierung in Altenholz

Robin Martinen will möglichst viele Menschen mobilisieren, sich typisieren zu lassen.
Robin Martinen will möglichst viele Menschen mobilisieren, sich typisieren zu lassen.

shz.de von
23. Mai 2018, 09:07 Uhr

„Es ist ein wichtiges Thema, weil man einfach helfen kann ohne großen Aufwand“, erklärt Robin Martinen. Mit der Hilfe meint der 21-Jährige die Typisierungsaktion, die er jetzt auf die Beine gestellt hat.

Robin Martinen absolviert seit September 2017 ein Jahr im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) beim DRK Altenholz. Seine Aufgaben sind vielseitig: „Ich fahre das Essen auf Rädern an Senioren aus, die nicht mehr für sich selbst kochen können, erledige Einkaufs- und Botendienste und organisiere Veranstaltungen wie Erste-Hilfe-Kurse“, sagt Martinen.

Als Projekt – das Teil des Bundesfreiwilligendienstes ist – entschied sich Robin Martinen für eine mit der monatlichen Blutspende des DRK gekoppelte Typisierungsaktion in Altenholz-Klausdorf. Er selbst hatte bislang keinen Kontakt zur Krankheit Blutkrebs beziehungsweise Leukämie. Aber: „Man liest oder sieht regelmäßig etwas über das Thema Blutkrebs, da hatte ich die Idee dazu“, sagt Robin Martinen.

Also stellte Martinen den Kontakt zur Deutschen Stammzellenspenderdatei Nord-Ost her. Diese ist eine Initiative des Deutschen Roten Kreuzes. „Und die fanden die Idee gut, denn hier gab es das noch nicht“, sagt der Altenholzer.

Die Typisierungsaktion findet gemeinsam mit der monatlichen Blutspende am Mittwoch, 30. Mai, von 15 bis 19 Uhr in der DRK Begegnungsstätte , Am Buchholz 4, statt. „Wir haben Blutspende und Typisierung gekoppelt, weil es einzeln von den Kosten zu hoch wäre.“ Und auf diese Weise entstehe kein Mehraufwand für die Mitarbeiter des Blutspendedienstes Nord-Ost aus Lütjensee.

„Es wird beim normalen Blutspenden einfach ein kleines Fläschchen mehr abgenommen“, erklärt Robin Martinen den Vorgang. Das heißt auch, dass sich jeder, der an der Typisierung teilnehmen möchte, als Blutspender registrieren lassen muss – es sei denn, er ist es bereits. Denn anders, als etwa bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), nehmen die DRK-Mitarbeiter Blut statt eines Wangenabstrichs.

In den vergangenen Wochen rührte Robin Martinen die Werbetrommel für sein Projekt, gestaltete Flyer und Plakate, Texte für die Homepage und Werbebanner, und wird zudem am Tag der Typisierung an einem Info-Stand allen Interessierten Rede und Antwort stehen. „Ich hoffe, dass möglichst viele, auch junge, Leute kommen.“ Registrieren lassen kann sich nach einem medizinischen Check vor Ort jeder zwischen 18 und 55 Jahren. „Es ist super einfach, sich typisieren zu lassen“, sagt Robin Martinen. Und das Ziel ist klar: „Um Leben zu retten.“

13 000 Menschen erkranken jedes Jahr an Blutkrebs. 600 von ihnen sind Kinder. 70 Prozent der Betroffenen sind auf Spender außerhalb der Familie angewiesen. Mit der Typisierung werden die Spender in die Deutsche Stammzellspenderdatei aufgenommen. Die Stammzellspende eines „genetischen Zwillings“ kann das Leben eines Blutkrebspatienten retten.

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