2. Bundesliga Frauen Handball : Nord-Frauen schaffen „Hattrick“

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Am Boden – aber nicht geschlagen: Die starke Lotta Woch (rechts) erzielte acht Tore für Nord.
Am Boden – aber nicht geschlagen: Die starke Lotta Woch (rechts) erzielte acht Tore für Nord.

Die Harrisleer Handballerinnen ringen im Aufsteigerduell der 2. Bundesliga den TuS Lintfort mit 29:27 nieder.

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03. Dezember 2018, 10:00 Uhr

Harrislee | „Wir haben so viele Chancen gehabt. Zum Glück haben wir genügend davon genutzt“, atmete Co-Trainer Peer Linde nach dem Abpfiff des Zweitliga-Duells des TSV Nord Harrislee gegen den TuS Lintfort durch. Derweil hüpften die Handballerinnen vor Freude über das Parkett der Holmberghalle – sie feierten einen 29:27 (13:16)-Erfolg und nach den gewonnenen Partien gegen Zwickau (33:20) und in Rödertal (27:23) den „Sieges-Hattrick“.

Danach hatte es in vielen Phasen der Begegnung nicht ausgesehen. Denn nur beim 2:1 von Lotta Woch (4. Minute) lagen die Nordfrauen in der ersten Halbzeit vorne. Die Gastgeberinnen hatten es gegen die beherzt zupackende TuS-Deckung schwer, die zuletzt überragende Harrisleer Torschützin Merle Carstensen wurde immer wieder aggressiv angelaufen.

Dagegen offenbarte die eigene Deckung trotz einer gut haltenden Nane Sibbersen im Tor zu viele Lücken. Lintfort, angetrieben von ihrer Haupttorschützin und Spielmacherin Loes Vandewal, agierte gut über die Außen und den Kreis. So schlossen die Gäste immer wieder erfolgreich ab. Beim 6:11 in der 18. Minute fand dann aber zumindest der Harrisleer Angriff seine Treffsicherheit. Hanna Klingenberg verkürzte auf 13:14.

Die zweite Halbzeit begann von beiden Seiten nervös, erfolgreiche Torabschlüsse waren aufgrund technischer Fehler Mangelware. Nach dem 15:17 von Lintforts Becky van Nijf kam der Angriff der Nordfrauen dann endlich ins Rollen. Mit Herz und Leidenschaft wurde um jeden Zentimeter des Hallenbodens gekämpft und Lücken in der TuS-Deckung gefunden. Zudem setzte Trainer „Shorty“ Linde einen Impuls, als er Sophie Fasold zwischen die Pfosten beorderte. Sie zeigte Klasse-Paraden und gab der aufopferungsvoll kämpfenden Deckung die nötige Sicherheit.

Und es kam das Glück in einer engen Partie hinzu. Nach dem 21:21 der mutig agierenden Johanna Andresen, war Milena Natusch nach einer Parade der ebenfalls starken TuS-Keeperin Sabrina Romeike hellwach, schnappte sich den Abpraller und warf zum 22:21 ein – die erste Führung nach der Anfangsphase. Dann „murmelte“ Andresen den Ball förmlich zum 24:23 ins Tor und die Nordfrauen gaben die Führung nicht mehr ab.

Die entscheidenden Aktionen waren ein „Steal“ von Merle Carstensen, die zum 27:25 traf und zwei gehaltene Siebenmeter von Fasold beim 27:26 und 28:26 gegen Vandewal und van Nijf. Dazwischen hatte Alina Krey ihren einzigen und wichtigen Treffer erzielt.

Die viel Verantwortung übernehmende Lotta Woch machte mit dem 29:26 den Deckel 63 Sekunden vor dem Abpfiff drauf. „Wir haben eine große Moral gezeigt und sind über eine tolle Mannschaftsleistung zum Sieg gekommen“, freute sich Peer Linde – der anschließenden fröhlichen Weihnachtsfeier stand nichts mehr im Weg.

TSV Nord Harrislee: Sibbersen, Tiedemann, Fasold – Krey (1), Natusch (3),Woch (8/1), Frauenschuh, Carstensen (6), Lache, Lauf, Andresen (3), Jensen (7/4), Melfsen, Klingenberg (1).

TuS Lintfort: Gosch, Graef, Romeike – Dings (4), Legermann (5), Lambertz (1), van den Broek (1), Kuik, Bruggeman (5), Isaksen (2), van Nijf (3), Uelfing, Vandewal (6/4).

Schiedsrichter: Lukas Müller/Robert Müller (Neubrandenburg/Potsdam). Zuschauer: 487.

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